Walther PPQ / P99Q

Walther PPQ / Walther P99Q

Anbieter: UMAREX Sportwaffen GmbH & Co. KG

Hersteller: WinGun

Fertigung: Made in Taiwan

Modell: Walther PPQ  (Lizenznachbau)

Vorbild: Walther PPQ (Police Pistol Quick Defense), Cal. 9x19mm / .40 S&W, Selbstladepistole

Serien-Nr.: 12C78036

System: CO2-Revolversystem mit innenliegender Trommel

Antrieb: 12-g-CO2-Kartusche

Schussausbeute je Kapsel: ca. 85 Kugeln

    

Kaliber: 4,5 mm Diabolo (.177)

Magazinkapazität: 8 Diabolos

Geschossgeschwindigkeit (Vo): ca. 110 m/s (Herstellerangabe)

Abzug: Double Action Only (DAO)

Abzugscharakteristik: Langer Vorzugsweg, ruckelige und kriechende Charakteristik, kein Druckpunkt. Die Mechanik dreht das Trommelmagazin weiter.

Lauf: Stahl, gezogen

Lauflänge: 85 mm

Sicherung: Manueller Schwenkhebel rechtsseitig, unterbricht die Abzugsmechanik

Visierung: Seitenverstellbare Kimme, Korn starr, beide Komponenten mit gelben Markierungspunkten

Länge: 182 mm

Höhe: 135 mm

Breite: 38 mm

Gewicht: 614 g (leer)

Griffumfang: ca. 134 mm

    

Ausführung: Schwarzes Kunststoffgehäuse mit Weaverschiene - Griffstück mit “HI-GRIP”-Oberfläche - Bedien- teile, Innenaufbau und Mechanik aus Metall - einige Bedienteile sind Fakes ohne Funktion

Lieferumfang: Waffe mit zwei Trommelmagazinen und Manual im Pappkarton

Bewertung: Sehr saubere Verarbeitung, Plinking-Waffe mit angemessenem Preis-Leistungsverhältnis

Besonderheit: Die Pistole wird auch mit der Beschriftung “P99Q” angeboten (U.S.A.)

Preis 2012: ca. 150,- EUR

    

 

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Vorbilder:

Walther PPQ (Police Pistol Quick Defense), 9x19 mm / .40 S&W

Quelle: http://www.carl-walther.de/cw.php?lang=de&content=portal&sub=police

 

Bild oben: Bei der “scharfen” PPQ fällt das geteilte Abzugszüngel mit mittig eingelassener Taste (Mittelzüngel) auf, die als Abzugs- und Fallsicherung dient (Bild oben). Beim CO2-Pendant im Kaliber 4,5 mm fehlt dieses Merk- mal (Bild unten):

 

Walther P99Q (Quick Action), 9x19 mm

Die WALTHER P99 Q ist eine moderne, halbautomatische Selbstladepistole ohne Schlaghebel. Die Waffe arbei- tet als mechanisch verriegelter Rückdrucklader mit beweglichem Rohr und automatischen Sicherungen. Ihr Griffstück besteht aus glasfaserverstärktem Polymerkunststoff. Das teilgespannte Schlagbolzenschloss der P99 Q erlaubt im Falle eines Anzündversagers ein beliebig häufiges, erneutes Abziehen (Reset-Funktion), ähnlich der Funktion von Waffen mit klassischem Double Action Only Abzug. Die P99 Q ist konsequent für den Einsatz als Polizeipistole konzipiert. Sie wurde strikt nach den Forderungen der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) entwickelt und entspricht allen Vorgaben der Technischen Richtlinie Pistolen im Kaliber 9mm x 19, Stand Januar 2008. Die P99 Q ist wird ausschließlich für In- und ausländische Polizeibehörden gefertigt und ist nicht auf dem zivilen Markt erhältlich!

Quelle: http://www.carl-walther.de/cw.php?lang=de&content=portal&sub=police

Foto unten: CO2-Nachbau im Kaliber 4,5 mm

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Die Walther PPQ in der “F”-Version (CO2), Made in Taiwan, Vermarktung durch die UMAREX Sportwaffen GmbH.

    

Fotos unten: Die Schlitten-Rückansichten der “PPQ”-CO2 (links) und der “PPQ”-Feuerwaffe (Mitte) im Ver- gleich. Die “PPQ” besitzt keine Spannstatus-Anzeige (Stift) wie die “P99” (Bild rechts). Bei der “F”-Version der “PPQ” ist diese aber zumindest als Fake (siehe weißer Pfeil) angedeutet, was leider nicht authentisch ist.

 

 

Visierung

Die Pistole wartet mit einer leider nur seitenverstellbaren Kimme und einem starren Korn auf. Beide Kompo- nenten sind mit gelben Markierungspunkten versehen, was besonders vor dunklem Hintergrund die Zieler- fassung sehr erleichtert. Der Kontrast der offenen Visierung ist gut.

    

    

    

 

Lauf

Der Stahllauf ist gezogen und hat eine Länge von 85 mm.

                      

 

Sicherung

Der manuelle Schwenkhebel, rechtsseitig am Griffstück, unterbricht in Position “SAFE” (S) die Abzugsmechanik (Foto unten links). Um den Hebel in die Position “FIRE” (F und roter Punkt) zu bewegen (siehe Foto unten rechts), muss zunächst der aufliegende Schieber nach vorne bewegt werden. Diese “Sicherung der Sicherung” verhindert ein ungewolltes Entsichern der Pistole, z. B. beim Holstern oder Hantieren mit der Waffe.

Außerdem besteht eine automatische Abzugssperre bei geöffnetem Gehäuse (Schlitten).

    

 

Abzug

Die “PPQ” besitzt lediglich einen DAO-Abzug. Die Charakteristik wird durch das mittels Abzugsmechanik zu drehende, innere Trommelmagazin deutlich negativ beeinträchtigt. D. h.: Langer Vorzugsweg, ruckelige und kriechende Charakteristik, kein Druckpunkt. - Die Waffe ist nicht mit “BlowBack”-Funktion ausgestattet. Das hintere Schlittenteil ist starr montiert, sodass der Schlitten beim Schuss nicht durch abgeleitetes CO2-Gas nach hinten bewegt wird.

Begrifferläuterungen:

Double Action (DA) beschreibt einen sogenannten Spannabzug von Selbstladewaffen, bei dem der Abzug das Schloss (Hahn oder Schlagstück) spannt und dann bei weiterem Durchziehen den Schuss auslöst. Bei einem Revolver wird auch die Trommel um eine Kammer weitergedreht.
Double Action Only (DAO) bedeutet, dass man die Waffe nicht vorspannen kann, also kein Single-Action-Modus möglich ist.

Single Action (SA) bedeutet, dass man den Hahn (oder ein Schlagstück) vorher manuell spannt, bevor man den Abzug betätigt. Der Abzug führt also nur noch eine Aktion durch, nämlich das Auslösen des Schusses. Vorteil: Der Abzugswiderstand wird geringer und der Abzugsweg kürzer, was der Schusspräzision zu Gute kommt.

Blow Back” - Dieser Begriff findet bei CO2- und Softair-Waffen Verwendung, wenn ein Teil des Treibgases bei Schussabgabe dazu verwendet wird, den Schlitten/Verschluss nach hinten zu bewegen, um den Rückstoßim- puls, wie er beim Repetieren einer Feuerwaffe auftritt, zu simulieren. Dabei wird der Hahn oder das Schlag- stück gespannt, wenn eine SA-Funktion gegeben ist. Die Waffe funktioniert also semiautomatisch.

 

Polymergriffstück

Fotos unten: Das Polymergriffstück der “PPQ” mit “HI-GRIP”(TM)-Oberfläche bietet eine sehr gute Haptik und perfekte Handlage.

    

    

 

CO2-Kartusche

CO2-Kapsel: Um die CO2-Kartusche ins Griffstück implementieren zu können, betätigt man die Verschlusskappe am Griffboden. Beim Zurückschwenken öffnet sich die Ladeöffnung im Griffrücken. Dann wird die Kapselan- stechschraube ein Stück weit herausgedreht und die CO2-Kapsel mit dem Hals nach oben in die Aufnahme eingeführt, sodass die Platte der Kartusche am Anstechdorn des Ventils anliegt. Nun wird die Kapselanstech- schraube soweit handfest eingedreht, bis sich der Anstechvorgang durch ein leises Zischen bemerkbar macht. Das Ventil steht nun unter Druck. Zuletzt kann der Griffrücken wieder zugeklappt werden. Die Verschlusskappe am Griffboden schließt dabei selbsttätig und verdeckt dann wieder die Anstechschraube.

    

    

 

Magazin

Das Trommelmagazin macht die „Walther PPQ“-Pistole technisch zu einem Revolver mit verdeckter Trommel. Um das Magazin austauschen zu können, wird zunächst der seitliche Fanghebel nach unten gedrückt. Das gibt die Arretierung für den vorderen Schlitten frei und dieser wird dann federbelastet nach vorne geschoben. Beim Öffnen des Ladeschlittens sollte man diesen keinesfalls ungebremst bis zum Anschlag nach vorne schnellen lassen! Es kann vorkommen, dass sich dadurch die ggf. bereits gelockerte Schraube unter der Mün- dung gänzlich löst und sich der Schlitten von der Waffe verabschiedet. Deshalb beim Öffnen des Schlittens diesen stets mit der Hand abbremsen und langsam zum Anschlag führen. Außerdem den festen Sitz der Halteschraube von Zeit zu Zeit unbedingt überprüfen!

    

    

    

    

Foto unten links: Oben auf dem Schlitten der “PPQ” befindet sich im angedeuteten Hülsenauswurffenster ein Loch, welches einen Einblick in das Trommellager gibt und von außen erkennbar macht, ob ein Trommelmagazin implementiert ist.

    

 

    

Auf dem Schießstand

Die “PPQ“ ist eine sauber verarbeitete und funktionell gute CO2-Pistole mit Revolversystem. Ihre positiven Eigenschaften machen sie zu einer guten Fun-/Actionwaffe und nach Durchführung der Schießtests ergab sich ein absolut positives Gesamtbild. Es traten bei den Tests nicht die geringsten Störungen auf und das Handling ist angenehm und komfortabel. Leider gibt es kein Kapsel-Schnellspann-System, sondern nur den hausbacke- nen Schraubverschluss für die Treibgaskartusche. Hauptkritikpunkt ist aus meiner Sicht das Fehlen einer Vorspannmöglichkeit für den Abzug. Der DAO-Abzug ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig und präzisions- abträglich. Das ist z. B. bei der „Smith & Wesson M&P45“, einem Modell des gleichen Herstellers, mit dem optionalen SA/DA-Abzug deutlich besser gelöst und dort ein entscheidender Vorteil gegenüber der „Walther PPQ“. Da man die Waffe nicht vorspannen kann, gibt es auch keinen Entspanndrücker wie bei der technisch aufwändigeren „Walther CP99“.

Schön, dass der Hersteller eine horizontal justierbare, offene Visierung mit gutem Kontrast aufbietet. Eine Höhenverstellung ist zwar nicht vorhanden, aber die Treffpunktlage auf Zimmerdistanz war bei der Testwaffe annähernd auf Spiegelhöhe ausgerichtet.

Es kommen wieder die bekannten 8-schüssigen UMAREX-Trommelmagazine zum Einsatz, sodass hier zum rasanten Nachladen der berühmte Diabolo-Speedloader verwendet werden kann. Daher empfiehlt es sich, falls nicht schon vorhanden, weitere Trommelmagazine zuzukaufen.

Scheiben unten: 10-m-Luftpistolenscheiben 17 x 17 cm, Spiegeldurchmesser 6 cm, Schussentfernung 7 m, Waffe im beidhändigen Anschlag mit aufgelegten Unterarmen gehalten, aufsitzender Spiegel, 16 Schuss.

              

Weiterführende Links:

            

 

Vergleiche:

Fotos unten: „Walther PPQ“ (CO2) im optischen Vergleich. Links mit „Walther P22Q“ (cal. 9 mm P.A.K.), rechts mit „Walther CP99“.

    

Fotos unten: „Walther PPQ“ (CO2) im optischen Vergleich. Links mit „Walther CP99 compact“ (CO2, cal. 4,5 mm BB), rechts mit „Heckler & Koch P30“ (CO2).

    

Fotos unten: „Walther PPQ“ (Mitte) im optischen Vergleich mit „Walther CP99“ (oben rechts), „Walther CP99 compact“ (unten) und „Heckler & Koch P30“.

Fotos unten: „Walther PPQ“ (Mitte) im optischen Vergleich mit „Walther CP99“ (rechts), „Walther CP99 com- pact“.

Fotos unten: „Walther PPQ“ (Mitte) im optischen Vergleich mit „Walther CP99“ (oben), „Walther CP99 com- pact“. Gut erkennbar am Schlitten der „CP99“ ist der Entspanndrücker vor dem Kimmenbauteil, der an der „PPQ“ und der „CP99 compact“ nicht vorhanden ist.

    

Foto unten: Heckansicht. „Walther PPQ“ (Mitte) im optischen Vergleich mit „Walther CP99“ (rechts) und „Walther CP99 compact“ (links). Die „CP99 compact“ weist eine funktionsfähige Spannstatusanzeige auf, bei der „PPQ“ ist sie ein Fake und entspricht, wie erwähnt, nicht dem Vorbild, bei der „CP99“ ist lediglich eine Vertiefung im Schlitten vorhanden, während das Großkalibervorbild einen Stift für die Spannstatusanzeige besitzt. - (Zu allen gezeigten Modellen finden sich ausführliche Reviews hier auf “muzzle.de”.)

Fazit:

Die “Walther PPQ” (CO2) von „WinGun“ (Vermarktung durch “UMAREX“) ist eine Fun-/Actionwaffe, die optisch, qualitativ und praktisch den allgemeinen Ansprüchen von Plinking- und Freizeitschützen absolut gerecht werden kann. Der Käufer erhält für die eingesetzten ca. 150,- EUR mit dieser zuverlässigen Look-Alike-Waffe m. E. einen reellen Gegenwert. Von der Ausstattung her ist sie vergleichbar mit der altbekannten „CPS“ von UMAREX. Wer sich komfortable Ausstattungsdetails wie SA-Abzug, Entspannknopf und Kapselschnellspann- system wünscht, muss zum Modell „CP99“ greifen.

Danksagung: Vielen Dank an die Firma “UMAREX” für die Teststellung der „PPQ“-CO2-Pistole.

 

GUNIMO

Juni 2012