Pellets / Diabolos / Kugeln / Geschosse

Fliegende „Spindeln“ und andere bekannte Flugobjekte...

Bei den Geschossen für Druckluft- und CO2-Waffen sollte man richtiger Weise nicht von Munition sprechen, sondern gemeinhin von Kugeln, Diabolos, oder auch Pellets, denn diese besitzen weder eine Hülse mit Treibladung (Pulver), noch einen Zündsatz, wie sie bei Patronenmunition für scharfe Schusswaffen zum Einsatz kommen. Bei Vorderladerwaffen sind Geschoss, Pulverladung und Zündsatz getrennt und werden auch getrennt geladen. Die Geschosse, die aus Druckluftwaffen verschossen werden, werden lediglich durch einen kräftigen Gasstrom (Druckluft/CO2) aus der Waffe befördert.

        

Bild links: Stahlkugel Cal. 4,5mm

Bild mitte: v.l.n.r. Stahlkugel Cal. 4,5mm (4,45 mm), Bleikugel Cal. 4,5 mm, Bleikugel verkupfert Cal. 4,4 mm, Bleikugel mit Messingschicht, Cal. 4,4 mm

Bild rechts: Plastikkugeln für Softair-Waffen. Links Cal. 5,5 mm (lila), rechts Cal. 6 mm (gelb)

Dabei haben sich im Laufe der Jahrzehnte viele verschiedene Arten und Formen entwickelt. Die einfachste Geschossform ist die Rundkugel, häufig auch als „BB“ (Ball Bearing oder auch Bulleted Breech) bezeichnet. Diese werden aus Stahl oder aus Blei gefertigt. Manche Sorten sind mit Überzügen aus Kupfer, Messing oder Zink ausgestattet, die mittels des Galvanisierungsverfahren aufgebracht werden. Stahlkugeln sollten nur aus Waffen mit glatten und nicht gechokten Läufen verschossen werden, da sie die Züge mit der Zeit unbrauchbar machen würden. („Züge“ sind spiralförmig eingebrachte Vertiefungen/Rillen in gezogenen Läufen, die zusammen mit den „Feldern“ (Erhöhungen) die Rotationsbewegung des durchgepressten Geschosses hervorrufen. „Choke“ = Mündungsverengung / Ein Viertel-Choke entspricht einer Verengung von 0,25 mm). Wegen des relativ niedrigen Drucks, der die Kugel durch den Lauf treibt, muss diese einen geringeren Durchmesser haben, als der Laufinnendurchmesser. Daher wird die Kugel nicht sauber geführt, was die Präzisionsnachteile bei Waffen dieser Ausprägung erklärt. Bleikugeln hingegen sind wegen des weichen Geschossmaterial für das Verschießen aus gezogenen Läufen geeignet.

Blei-Geschosse (Blei-Zinn-Legierung) in der sogenannten Diaboloform gibt es in einer Vielzahl formaler Varianten. Früher trugen diese „waisted pellets“ (taillierte Kugeln) aus technischen Gründen bei der Fertigung eine Riffelung davon. Heute ist dies eine reine Spielart ohne technische Zwänge oder wissenschaftlichen Hintergrund und lediglich Geschmacksache. Das Wort Diabolo hat übrigens nichts mit Satan oder Teufel zu tun, sondern leitet sich von einem bekannten gleichnamigen Geschicklichkeitsspiel ab. Man kann erahnen wieso...

         Bilder links: Diabolo-Geschicklichkeitsspiel

Diabolos sind in den Kalibern 4,5 mm (.177), 5,0 mm (.20), 5,5 mm (.22) und 6,35 mm (.25) verfügbar und bestehen aus einem massiven schweren Kopf und einem hohl ausgeformten Kelch. Wichtig ist, dass die Diabolos zum Lauf passen, was bedeutet, dass diese mindestens den gleichen, besser einen bis zu 0,05 mm größeren Durchmesser haben. Ist der Durchmesser kleiner, werden die Geschosse nicht in die Züge gedrückt und dadurch nicht genau geführt. Zu große Diabolos deformieren sich u. U. ungünstig beim Einbringen in den Lauf. Beides ist der Präzision abträglich. Der Kelch hat die Aufgabe der Abdichtung des von hinten einströmenden Treibgases und ist daher geringfügig höhermaßig als der Kopf des Diabolos.

  v.l.n.r.: 4,5mm, 5,0 mm, 5,5 mm, 6,35 mm

Diabolos im Kaliber 4,5 mm haben durchschnittlich ein Gewicht von ca. 0,5 g. Welches Geschoss am besten zu einer bestimmten Waffe passt, sollte man durch Ausprobieren herausfinden. Vieles hängt natürlich auch vom vorgesehenen Einsatzzweck ab. So eigenen sich Flachkopfdiabolos am besten zum Schießen auf Scheiben, da sie sauber gestanzte Löcher in Kalibergröße hinterlassen. Natürlich hat die Geschossmasse großen Einfluss auf die Geschossgeschwindigkeit und damit auf das Geschossverhalten. Aber auch andere Einflüsse, wie die Sorte des Treibgases sind nicht ohne Auswirkungen. Matchschützen sollten unbedingt auf qualitativ hochwertige Ware achten, denn z.B. die Gleichmäßigkeit der Kelchwandung und die Materialgüte insgesamt sind für die letzten Millimeter im Wettkampfkampf u.U. entscheidend. Bei aller Wissenschaft rund um diese kleinen „Bleiklumpen“ sollte man aber eines nicht vergessen: Der wichtigste Faktor beim Schießen und Treffen ist immer noch das Können (oder Nichtkönnen) des Schützen.

Wichtiger Hinweis: Blei ist ein als giftig und gesundheitsschädlich eingestuftes Schwermetall. Der Umgang damit sollte mit aller notwendigen Vorsicht erfolgen, schon die Berührung mit der Haut sollte möglichst vermieden werden. Blei reichert sich mit der Zeit im Körper an und kann kumulativ schwerwiegende gesundheitliche Folgeerkrankungen auslösen. Das Inhalieren von adäquaten Mengen Bleistaub kann unmittelbar Atembeschwerden und Erbrechen auslösen. Den Abriebstaub von Bleidiabolos keines Falls einatmen!! Diabolos niemals in den Mund nehmen!! Während des Hantierens mit Bleidiabolos nicht essen und Hände nachher gründlich reinigen!! Vor dem Zugriff von Kleinkindern unbedingt sicher aufbewahren!!

Es sollte eigentlich keiner extra Erwähnung bedürfen, dass umweltgiftige Bleiabfälle nicht über den Hausmüll entsorgt werden dürfen, sondern an einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden sollten. Die Kommunen informieren in der Regel über entsprechende Einrichtungen in Ihrer Nähe.

Diabolo-Speedloader haben nicht nur den praktischen Nutzen eines schnellen und vereinfachten Ladevorgangs, sie vermindern auch den Hautkontakt auf ein Minimum. Dieser Faktor wird nach meiner Meinung unterschätzt und dem entsprechend von den Herstellern unzureichend deutlich beworben.
 

Bilder unten, v.l.n.r. im Kaliber 4,5 mm: Flachkopf glatt, Flachkopf geriffelt, Wadcutter, Rundkopf (Halbrund), Pointed Pellet, Spitzkopf

                    

        

Bilder oben, v.l.n.r.: “Hollow Point” (Hohlspitze), “Silver Point” (Spitzkopf mit Ringen und Wulst), Spitzkugel (ohne Taille), ohne Abb.: “Fireball”-Diabolo (Stahlrundkugel im Kopf eingearbeitet)

        

Bilder oben, v.l.n.r.: “H&N” Rundkopfdiabolo Cal. 5,0 mm (.20), “H&N” Flachkopfdiabolo geriffelt Cal. 5,5 mm (.20), “H&N” Flachkopfdiabolo glatt Cal. 6,35 mm (.25),

 

 “Walther High Power Pellet” (HPP) Flachkopf (Hartmetallkern mit gelbem Plastikmantel)

 “Prometheus” Pellet (abgerundeter Spitzkopf, Zinkkern mit schwarzem Plastikmantel)

 “Prometheus” ZAP, leichtes Vollkunststoffgeschoss mit abgerundetem Spitzkopf

Fotos unten: “Prometheus Dynamic” Zink-Diabolos

    

 

SABO Bullets:

   Stahl-Kugeln im Kaliber 6 mm mit dem witzigen Namen “Wallbreaker”

Schrotpatronen, Cal. 4,5 mm:

        

  Schrotpatronen, Cal. 5,5 mm, “Gamo” Shotshell

 Schrotpatronen für Daisy “Critter Gitter”, Cal. .38

  Federbolzen (spitzes Stahlgeschoss), nur in Läufen ohne Züge verwenden!

     LP-Weichgummigeschoss (hohl) Cal. 7 mm

 Hülsenpfeil (Plastik, hohl) für “HS Mod. 75 Hülsenpfeilpistole”

     Zündhütchen für Vorderladerwaffen

Pellets, Sorten zahlreich wie Sand am Meer:

                    

GUNIMO

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