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Ampullenpistole
Juni 2008 - Des Rätsels Lösung!
“muzzle.de”-Leser Josef G. sendete folgendes Foto ein, mit dem die Frage nach dem Verwendungszweck der Ampullenpistole geklärt sein
dürfte:
Es handelt sich um eine sogenannte “Scheintodpistole” zur Selbstverteidigung. Zeitgenössischer Empfehlung
folgend, angeblich besonders gut für den Taxifahrer geeignet, um sich mit dieser handlichen Ampullen-Pistole gegen Raubüberfälle zur Wehr zu setzen. ;-)
Danksagung: Vielen Dank an Josef G. für die Einsendung des o. g. Fotos.
Gunimo
Juni 2008
November 2007 / März 2008 - Fragen über Fragen...
Technische Daten:
Länge: 160 mm
Höhe: 58 mm
Breite: 15 mm
Gewicht: 298 g
Kaliber: .38
Lauflänge: 93,3 mm
Beschriftung/Markierung: Keine Herstellangaben. Linksseitig am Gehäuse ein “Z” im Kreis *
* Hinweis: Vergleiche “Kampfpistole Z”, “Leuchtpistole Z” der Deutschen Wehrmacht:
Am 25. 3. 1942 war unter der Nr. “D 7900” ein "Merkblatt für die Erprobung der Leuchtpistole Z sowie der
Sondermunition Deutpatrone Z, Nachrichtenpatrone Z, Fallschirmleuchtpatrone Z" vom Oberkommando des Heeres, Heereswaffenamt, Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung in Berlin herausgegeben worden.
Besagtes Merkblatt galt als vertrauliches, bzw. geheimes Dokument, und war mit dem Hinweis "Nur für den Dienstgebrauch" gekennzeichnet. Obwohl sich die Pistole äußerlich nur durch ein auf der linken Seite
geprägtes “Z” von der herkömmlichen Leuchtpistole gleicher Bauart unterschied, konnte aus ihr nicht nur die Leucht- und Signalmunition im Kaliber 4 (26,65 mm) verschossen werden, sondern auch eine Anzahl weiterer,
eigens für diese Waffe geschaffene Patronen. - Die Kennzeichnung “Z” war damals offenbar gebräuchlich für Sonderwaffen und -Munition. Auch die Ampullenpistole trägt eine “Z”-Kennzeichnung. Vielleicht also ein Hin-
weis auf ihren Ursprung?
Fragen über Fragen: „Was ist das für eine Pistole?“ – „Wie alt ist sie?“ – „Wer ist der Hersteller?“ - „Wofür
wurde sie gebraucht?“ – „Was ist in den Glasampullen?“ ...und vor allem: „Wer kennt die Antworten?“
Es wurde bereits viel darüber orakelt und folgende Ansätze ins Spiel gebracht:
Reizstoffwaffe zur Selbstverteidigung, quasi ein Vorläufer der heutigen Gaspistolen
Kampfstoffwaffe / Augenkampfstoff 2. WK
Waffe zur Brandlegung mittels brennbarer Flüssigkeit (Brandbeschleuniger)
Vergasungsgerät für Schlachtgeflügel
Veterinärmedizinisches Gerät
Für alle diese Theorien gibt es keine konkreten Anhaltspunkte oder gar Belege. Bekannt ist nur:
Auffindort und Objektstandort ist Österreich
Die Pistole befindet sich in einem schlechten Allgemeinzustand
Die Pistole besitzt keine Visiereinrichtung, die Abzugssicherung ist verloren gegangen
Der Lauf ist innen mit einer kreuzförmigen Sperre versehen, die das Verschießen von Projektilen un- möglich macht.
Die Glasampullen tragen an ihrem Metallboden die Aufschrift „Schermer Karlsruhe“
Die Flüssigkeit in den Ampullen zeigt verschiedene Farbnuancen, wurde bisher nicht analysiert
Der griffigste Ansatzpunkt, über die Beschriftung des Patronenbodens den Hersteller zu ermitteln und dort
mehr zu erfahren, ging leider ins Leere. Zwar gibt es eine Firma „Schermer“ in Ettlingen, jedoch sind dort keine Informationen über diese Pistole bekannt. Die “Karl Schermer GmbH & Co. KG“ ist u. a. Hersteller von Bolzen-
schussapparaten für die Tierschlachtung, elektrischen Betäubungszangen und Viehtreibern, sowie Betäu- bungstransformatoren.
Falls jemand sachdienliche Hinweise zu dieser Pistole machen kann, bitte melden unter:
gunimo@muzzle.de
Vielen Dank.
GUNIMO
November 2007 / März 2008
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