JPX Jet Protecor

Piexon Jet Protector - JPX Pepper Gun - Tierabwehrgerät

Hersteller: Piexon AG, Bützbergstr. 1, 4912 Aarwangen, Schweiz

Modell: JPX Jet Protector (Peppergun)

Einsatzzweck: Tierabwehrgerät, Heim-/Selbstverteidigung

Seriennummer: L9150

Länge gesamt: 190 mm

Länge Griffstück: 170 mm

Höhe: 90 mm

Breite: 36 mm

Gewicht gesamt: 358 g

Gewicht Griffstück: 242 g

Gewicht Magazin: 116 g

    

Reichweite: Flüssigkeitsstrahl max. 7 m

Strahlgeschwindigkeit (V1): 180 m/s (650 km/h)

Funktionale Temperaturspanne: - 20°C bis +60°C

Antriebssatz: Treib-/Zündladung 14 mm, “RWS”

Magazinkapazität: 2 Ladungen (je 10 ml) flüssiger Pfefferwirkstoff pro Magazin

Magazinbeschaffenheit: Zwei Aluminiumbehälter mit Kunststoffummantelung, nicht wiederbefüllbar

Wirkstoff: “Oleoresin Capsicum” (OC) - Extrakt aus der “Cayenne”-Pfefferpflanze

Wirkung: Xi, Reizend R36/37/38. Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut mit dem Resultat ist eine vorübergehende Blindheit, Husten und Übelkeit. Die Symptome bauen sich nach ca. 45 - 60 Minuten ab, üblicherweise ohne Nebenwirkungen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Entfernen Sie Kontaktlinsen und kontaminierte Kleidungsstücke. Spülen Sie die kontaminierten Hautstellen mit viel kaltem Wasser. Im Falle eines Augenkontaktes spülen Sie die Augen 15 Minuten lang mit kaltem Wasser. Verwenden Sie keine Salben, Cremes, Öle oder Lotionen, da diese die Heilung verzögern können. Die Symptome bauen sich nach ca. 45 - 60 Minuten ab. Falls die Symptome anhalten, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Sicherheitsabstand: Minimum 1,5 Meter, darunter können bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden.

Abzugssystem: Spannabzug mit automatischer Umschaltung (auf Ladung).

Abzugschrakteristik: Relativ hoher Widerstand, langer Vorzugsweg.

Abzugssicherung: Nicht vorhanden

Visierung: Starre offene Visierung (Kimme und Korn) auf Magazinmodul

Visierlänge: 98 mm

Sicherheitshinweise: Bedienungsanleitung komplett lesen und verstehen sowie sich mit dem Gerät ausreichend vertraut machen. Ausschließlich Originalmagzine verwenden. Sichere Aufbewahrung gewährleisten. Gerät gehört keinesfalls in die Hände von Kindern/Jugendlichen und anderen ungeeigneten Personen.

Pflege: Kein spezieller Bedarf

Verarbeitungsqualität: Hochwertig

Garantie: 2 Jahre

Preis 2015: Abschussgerät (Griffstück) mit einem Magazin ca. 150,- EUR

    

Hinweis: Es werden Trainingsmagazine mit Markierflüssigkeit angeboten.

Tipp: Bezüglich der Wirkungsweise sind bei “YouTube” etliche Videos verfügbar, z. T. mit Selbstversuchen, die allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen sind.

Legalität: In manchen Ländern können Erwerb, Besitzt, Führen und Anwendung des “JPX Jet-Protector” verboten sein. Es empfiehlt sich vor Anschaffung die zuständige Polizeibehörde zu befragen! Es ist grundsätzlich verboten, das Gerät in einer Passagierflugzeugkabine mitzuführen.

Gesetzliche Einstufung in Deutschland: Frei erwerb- und führbar, darf aber nur zur Tierabwehr eingesetzt werden. Das Gerät untersteht zum Verwendungszweck der Tierabwehr nicht dem deutschen Waffengesetz, es ist nicht als sogenannte “Anscheinswaffe” eingestuft! Siehe dazu die Feststellungsbescheide des Bundeskriminalamtes. Der Einsatz gegen Menschen wird zwar von Einsatzkräften der Polizei praktiziert, ist zivilen Besitzern aber verboten. Ausnahme: Rechtfertigungsgründe wie Notwehr und Nothilfe.

Querverweis: Produkt “Mace Peppergun” mit BKA-Einstufung als Anscheinswaffe (Führverbot!).

Guter Rat: Tragen Sie stets eine (ggf. verkleinerte) Kopie des BKA-Feststellungsbescheides bei sich, wenn Sie das “JPX Pepper Gun” im öffentlichen Raum führen! Das kann in der Regel eine schnelle Klärung der Legalitätsfrage gegenüber der Exekutive bei Personenkontrollen herbeiführen. Nicht jeder Behördenvertreter ist mit der aktuellen Gesetzeslage um den “Jet Protector” vertraut. Offenes (unverdecktes) Führen des Gerätes, z. B. in einem Holster, kann trotz des eigenständigen Aussehens des “JPX” mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit zu hysterischen Überreaktionen in der generell hoplophoben deutschen Gesellschaft führen und im schlimmsten Falle einen unangenehmen MEK-Einsatz nach sich ziehen, weil irgendein paranoider Zeitgenosse einen “110”-Notruf absetzt: “Kommen Sie schnell, hier läuft einer mit ‘ner Schusswaffe herum.”

Da das “JPX Pepper Gun” bei Schussauslösung einen zielgenauen Strahl generiert, sollten ungeübte Anwender das Anvisieren und Verfolgen eines beweglichen Ziels immer wieder trocken trainieren, um Fehlschüsse im Notfall so weit wie möglich auszuschließen. Es ist nämlich nicht unbedingt einfach, in einer erheblichen Stresssituation einen treffgenauen Schuss auf ein bewegliches Ziel abzugeben. Vor allem, da man z. B. einen agressiven Hund möglichst am Kopf treffen sollte, damit die Ladung ihre volle Stoppwirkung auf die Schleimhäute des Agressors ausüben kann.

    

    

 

Griffstück

Das Polymer-Griffstück ist die Basis des Systems und beherbergt die Spannabzugsmechanik. Der Griff ist sehr kurz ausgelegt, sodass lediglich Mittel- und Ringfinger darauf Platz finden. Das Griffstück ist für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen benutzbar.

    

    

Fotos unten: Der “Jet Protector” besitzt eine Montageschiene (“Picatinny”-Rail) zur Aufnahme von Anbauteilen, wie z. B. einer Lampe. Der Anbau von Einrichtungen die das Ziel anstrahlen (Lampen/Laser) ist in Deutschland jedoch nicht erlaubt!

            

Fotos unten: Der Schalter für einen integrierten Laser (Bild oben rechts) ist für den deutschen Markt wegen des o. g. Leuchtmittelverbotes (außer Behördenbedarf) totgeschaltet und ohne Funktion. Der Laser ist für die zivile Nutzung nicht verbaut.

    

Fotos unten: Blick auf die mittig am Griffstück angebrachte Arretierklinke für die Magazinbefestigung.

Durch das Betätigen des beidseitig angebrachten Magazinentriegelungshebels wird die Arretierklinke im Griffstück versenkt und das aufgesteckte Magazinmodul kann entfernt werden.

 

Abzug und Zündstifte

  

Bilder unten: Der Spannabzug schaltet automatisch abwechselnd vom einen Zündstift zum anderen. Es spielt keine Rolle welcher Zündstift zuerst ausgelöst wird um die nebeneinander liegenden Wirkladungen zu zünden. Beim Zurückgleiten des Abzugs in seine Ausgangsposition, schaltet der interne Mechanismus automatisch auf den zweiten Zündstift um. Der Abzug ist relativ schwergängig und hat einen langen Vorzugsweg. Eine Abzugssicherung ist am “JPX Pepper Gun” leider nicht vorhanden. Der Eingriff für den Abzugsfinger in den Bügel ist auch für starke Fingerdicken ausreichend groß bemessen.

    

Außenwirkung:

    

Innenwirkung:

    

 

Magazin

Beschaffenheit: Zwei Aluminiumbehälter mit Kunststoffummantelung, nicht wiederbefüllbar

Strahlgeschwindigkeit (V1): 180 m/s (650 km/h)

Funktionale Temperaturspanne: - 20°C bis +60°C

Reichweite: Flüssigkeitsstrahl, max. 7 m

Kapazität: 2 Ladungen (je 10 ml) flüssiger Pfefferwirkstoff pro Magazin

Wirkstoff: “Oleoresin Capsicum” (OC) - Extrakt aus der “Cayenne”-Pfefferpflanze

Hinweis: Man sollte immer auf den Kopf des Angreifers zielen, weil sich dort die empfindlichen Schleimhäute befinden.

Wirkung: Xi Reizend R36/37/38. Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut mit dem Resultat ist eine vorübergehende Blindheit, Husten und Überlkeit. Die Symptome bauen sich nach ca. 45 - 60 Minuten ab, überlicherweise ohne Nebenwirkungen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Entfernen Sie Kontaktlinsen und kontaminierte Kleidungsstücke. Spülen Sie die kontaminierten Hautstellen mit viel kaltem Wasser. Im Falle eines Augenkontaktes spülen Sie die Augen 15 Minuten lang mit kaltem Wasser. Verwenden Sie keine Salben, Cremes, Öle oder Lotionen, da diese die Heilung verzögern können. Die Symptome bauen sich nach ca. 45 - 60 Minuten ab. Falls die Symptome unerwartet weiter anhalten, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Foto oben: Das Ablauf-/Verfallsdatum des Magazins ist auf dem silbernen Aufkleber ausgewiesen. Nach Ablauf des aufgedruckten Datums sollte die Kartusche gegen eine neue ausgetauscht werden, um Fehlfunktionen oder verminderte Wirksamkeit bei einem Einsatz des Gerätes in einem ggf. auftretenden Notfall möglichst auszuschließen.

Frontansicht:

    

Foto unten links: Jedes Wirkstoffmagazin ist mit einer laufenden Seriennummer gekennzeichnet. Im Bild “No. 386. Außerdem ist das Herstelldatum ausgewiesen. Im vorliegenden Fall 6/13 (Juni 2013).

    

Foto oben rechts: Blick auf die Zündladung (Antriebssatz), 14 mm, “RWS”. Das grün markierte Zentrum ist die Auftrefffläche der Zündstifte.

Bilder unten: Magazinfarben (Farbcodes)

    

 

Visierung

Die offene Visierung auf dem Magazinmodul ist starr, die Visierlänge beträgt 98 mm.

    

                  

 

Laden (Magazin anbringen und entnehmen)

Um den “JPX” zu laden, schiebt man ein Magazinmodul auf die Führungsschiene und drückt es bis zum Anschlag nach hinten. Sobald die Arretierklinke einrastet, ist es sicher und betriebsbereit auf dem Griffstück fixiert. Zum Abnehmen des Magazins den Entriegelungshebel nach unten drücken und das Magazin nach vorne abziehen. Ein abgeschossenes (verbrauchtes) Magazin ist nicht wiederbefüllbar und muss entsorgt werden.

 

Holster

Fotos unten: Hochwertiges Cordura-Holster (Rechtshänderversion) mit Tasche für Ersatzmagazin. Preis ca. 50,- EUR. Damit lässt sich die Waffe hervorragend führen und bei Bedarf schnell in Anschlag bringen. Einsatzgewicht mit Waffe und Zusatzmagazin, gesamt = 616 g. Hinweis: Es sind auch noch andere, passende Holsterausführungen im Fachhandel erhältlich.

    

    

    

 

Feststellungsbescheide Bundeskriminalamt (2007/2009):

 

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Hinweis:

Siehe Führverbot von Anscheinswaffen:

Anlage 1 (zu § 1 Abs. 4) - Begriffsbestimmungen
Abschnitt 1: Waffen- und munitionstechnische Begriffe, Einstufung von Gegenständen

1.6 Anscheinswaffen (WaffG Stand Juli 2009)

Anscheinswaffen sind
1.6.1 Schusswaffen, die ihrer äußeren Form nach im Gesamterscheinungsbild den Anschein von Feuerwaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 2.1) hervorrufen und bei denen zum Antrieb der Geschosse keine heißen Gase verwendet werden,
1.6.2 Nachbildungen von Schusswaffen mit dem Aussehen von Schusswaffen nach Nummer 1.6.1 oder
1.6.3 unbrauchbar gemachte Schusswaffen mit dem Aussehen von Schusswaffen nach Nummer 1.6.1.
Ausgenommen sind solche Gegenstände, die erkennbar nach ihrem Gesamterscheinungsbild zum Spiel oder für Brauchtumsveranstaltungen bestimmt sind oder die Teil einer kulturhistorisch bedeutsamen Sammlung im Sinne des § 17 sind oder werden sollen oder Schusswaffen, für die gemäß § 10 Abs. 4 eine Erlaubnis zum Führen erforderlich ist. Erkennbar nach ihrem Gesamterscheinungsbild zum Spiel bestimmt sind insbesondere Gegenstände, deren Größe die einer entsprechenden Feuerwaffe um 50 Prozent über- oder unterschreiten, neonfarbene Materialien enthalten oder keine Kennzeichnungen von Feuerwaffen aufweisen.

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“JPX 4”

Waffenrechtliche Beurteilung des BKA

 

 

GUNIMO

Juli 2015 / März 2016