Gletcher TT

Gletcher TT

Anbieter: Gletcher (U.S.A.)

Hersteller: Wintech Group Co. Ltd.

Fertigung: Taiwan

Modell: “Gletcher TT”

Vorbild: “Tokarew TT-33” (Tula Tokarew Modell 1933)

Serien-Nr.: 10TTC1350

System: CO2-Repetierpistole mit “BlowBack”-Funktion

Antrieb: 12-g-CO2-Kartusche

Schussausbeute je Kapsel: ca. 125 Kugeln

Kaliber: 4,5 mm Stahl BB   (.177)

Magazinkapazität: 18 Kugeln

Mündungsenergie: < 3 Joule  (Herstellerangabe)

    

Geschossgeschwindigkeit (Vo): ca. 110 m/s (Herstellerangabe)

Abzug: Single Action (SA)

Abzugscharakteristik: Langer, leichtgänger Vorzugsweg, starker Druckpunkt vor Schussauslösung

Lauf: glatt (ohne Züge)

Sicherung: Manueller Druckschieber rechtsseitig, blockiert die Abzugsmechanik (Fotos unten)

Visierung: Nicht justierbar (starr)

    

Länge: 198 mm

Höhe: 125 mm

Breite: 33 mm

Gewicht: 640 g (leer)

Ausführung: Vollmetallgehäuse, Magazinbauteil aus Metall

Lieferumfang: Waffe mit Manual und Inbusschlüssel im Pappkarton

Ausstattung: Beweglicher Schlitten - Blowback – Schlittenfanghebel - entnehmbares Metallmagazin (BB-Stan- genmagazin im Griffstück) - Fangriemenöse links am Griffstück

Hinweise: Waffe auch ohne BlowBack-Funktion erhältlich (“Gletcher TT NBB”) - ein Bauähnliches Modell wird unter der Bezeichnung “Crosman C-TT” im Handel angeboten

Bewertung: Saubere, äußere Verarbeitungsqualität, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis 2013: ca. 100,- bis 145,- EUR (Internet Fachhandel)  -  Preisvergleich lohnt sich!

Alternative: “Crosman C-TT”     <--- Klick

 

Auszüge aus der “PTB”-Liste:

    

 

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Das Vorbild: “Tokarew TT-33” (Tula Tokarew Modell 1933)

Entwickler: Fjodor W. Tokarew

Ordonnanzwaffe der Roten Armee / Sowjet Armee  -  Kaliber 7,62 × 25 mm   -   Magazinkapazität 8 Schuss

Pistole wurde 1930 als Modell “TT-30” eingeführt, nach einigen Detailverbesserungen ab 1933 als “TT-33” bezeichnet und bis 1951 in Dienst gestellt. Anschließend weitestgehend durch die “Makarow PM” ersetzt.

Maße: 196/130/30,5   -   Gewicht: ca. 850 g

    

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Fotos unten: Die Mündungsansicht der “TT”.

                

 

Griffschalen

Die schwarzen Kunststoffgriffschalen sind beidseitig geriffelt und bieten trotz ihrer Hartplastikanmutung eine recht angenehme Haptik. Wie beim Original fehlen jegliche ergonomische Feinheiten, wie z. B. Fingerrasten oder Handballenpolster. Auf beiden Seiten findet sich der Sowjetstern und die Aufschrift “CCCP” (Soyuz Sovetskih Socialisticheskih Respublik)

Die linksseitige Halbschale ist nicht angeschraubt sondern nur am Griffstück festgeklemmt und muss zum Einsetzen der CO2-Kapsel abgenommen werden. Um sie leichter entfernen zu können, hat sie am Griffboden einen Überstand. Die rechte Griffschale ist von innen verschraubt (Fotos unten).

    

    

 

Abzug / “Blow-Back”-Funktion

Fotos unten: Die “Gletcher TT” hat keinen Spannabzug (DA), sondern eine SA-Only-Einrichtung, die manuelles Vorspannen bedingt. Dem langen und leichtgängigen Vorzugsweg folgt ein sehr starker Druckpunkt vor Schussauslösung und ein kurzer Nachzugsweg. Optisch - besonders rechtsseitig - lässt das Abzugszüngel ziemlich zu Wünschen übrig und torpediert damit  ein wenig die ansonsten recht stimmige Erscheinung der Pistole.

    

    

Fotos unten: Blick auf den Hahn, einmal entspannt anliegend (links) und zurückgezogen, also im gespannten Zustand (rechts). Er lässt sich wahlweise entweder durch das Zurückziehen des Schlittens spannen, oder per Daumen (Abzug dann in “Single Action”-Funktion). Im Schießbetrieb übernimmt die “Blow-Back”-Funktion per- manent das Hahnspannen. Die innen liegende Schlittenfeder bewegt den Schlitten wieder nach vorne.

            

    

 

Blow Back” - Dieser Begriff findet bei CO2- und Softair-Waffen Verwendung, wenn ein Teil des Treibgases bei Schussabgabe dazu verwendet wird, den Schlitten/Verschluss nach hinten zu bewegen, um den Rück- stoßimpuls, wie er beim Repetieren einer Feuerwaffe auftritt, zu simulieren. Dabei wird der Hahn oder das Schlagstück gespannt, wenn eine SA-Funktion gegeben ist. Die Waffe funktioniert also semiautomatisch.

Double Action (DA) beschreibt einen sogenannten Spannabzug von Selbstladewaffen, bei dem der Abzug das Schloß (Hahn oder Schlagstück) spannt und dann bei weiterem Durchziehen den Schuss auslöst. Bei einem Re- volver wird auch die Trommel um eine Kammer weitergedreht. Double Action Only (DAO) bedeutet, dass man die Waffe nicht vorspannen kann, also kein Single-Action-Modus möglich ist.

Single Action (SA) bedeutet, dass man den Hahn (oder ein Schlagstück) spannt, bevor man den Abzug betä- tigt. Der Abzug führt also nur noch eine Aktion durch, nämlich das Auslösen des Schusses. Vorteil: Der Abzugswiderstand wird geringer und der Abzugsweg kürzer, was der Schusspräzision zu Gute kommt.

 

Schlittenfanghebel

Die “TT” ist mit einem funktionstüchtigen Schlittenfanghebel ausgerüstet der den Verschluss bei leerem Magazin offen hält. Der Hebel greift dabei in die vordere Raste (Aussparung) im Schlitten (Fotos unten).

Drückt man den seitlichen Hebel bei hinten gefangenem Schlitten (Fotos unten) herunter, schnellt der Schlitten federbelastet wieder nach vorne in seine Ausgangs-/Ruheposition.

 

Visierung

Fotos unten: Die offene Visierung (Kimme und Korn) der “Gletcher” ist leider nicht justierbar. Der Visierkon- trast ist nur bei guter Zielausleuchtung als brauchbar zu bezeichnen. Eine Vorrichtung für den Anbau optischer Zielhilfen ist nicht vorhanden.

    

 

Sicherung

Die Pistole ist mit einer nur rechtsseitig angebrachten, manuellen Schlagbolzensicherung ausgerüstet. In die hintere Position (“S” = safe) gebracht, blockiert dies die Abzugsmechanik, nicht aber den Schlitten. (Bilder unten). Um den Schieber betätigen zu können, muss er leicht eingedrückt werden. Diese Funktion verhindert das ungewollte Entsichern der Waffe beim Hantieren und/oder Holstern.

    

 

Implementierung der 12-g-CO2-Kartusche

Um die CO2-Kartusche ins Griffstück implementieren zu können, nimmt man die nur aufgesteckte linke Griff- schale ab (siehe dazu auch Kapitel “Griffschalen”). Beim Fixieren und Anstechen der Kapsel kommt eine im Griffboden versenkte Inbusschraube zum Einsatz. Das passende Werkzeug liegt der Waffe bei.

    

    

Foto oben links: Blick auf den Anstechhohldorn mit seiner ihn umgebenden grünen Dichtung, der die Platte am Kartuschenhals durchstößt und das Treibgas zum Ventil leitet.

Bilder unten: Das Einsetzen der 12g-CO2-Kartusche.

    

 

Kugelmagazin

Fotos unten: Zum Entnehmen des BB-Magazins aus dem Schacht im Griffstück drückt man den Magazinhalter ein, der sich am Griffstück hinter dem Abzug befindet.

    

Zum Laden der 18 Kugeln durch die Öffnung im Magazinkopf drückt man den federbelasteten Zuführer nach unten und rastet diesen in der Randkerbung ein (Fotos unten). Beim Ladevorgang sollte die durchgängige Ladeöffnung von der Gegenseite her mit einem Finger verschlossen werden, damit die Kugeln beim Einfüllen nicht durchfallen, sondern wie gewünscht ins Magazin gleiten.

    

    

 

    

    

 

Auf dem Schießstand

Die “Gletcher TT” ist eine sauber verarbeitete und funktionell gute CO2-Pistole. Ihre realitätsnahe Handhabung und die durchweg positiven Eigenschaften machen sie zu einer empfehlendwerten Fun-/Actionwaffe. Trotz der starren Visierung und dem recht hohen Abzugswiderstand, ergaben sich bei den Schießtests recht ansehnliche Trefferbilder (s. u.). Das “BlowBack” generiert einen deutlichen Impuls und trotz des Treibgas- Mehrverbrauch für diese Funktion, ließen sich ca. 125 Kugeln mit einer Kapsel verschießen. Es traten bei den Durchgängen keinerlei Störungen auf, die Waffe arbeitete stets zuverlässig.

Scheiben unten: 10-m-Luftpistolenscheiben 17 x 17 cm, Spiegeldurchmesser 6 cm, Schussentfernung ca. 7 m, Waffe im beidhändigen Anschlag mit aufgelegten Unterarmen mit “aufsitzendem Spiegel” gehalten, 10 Schuss.

    

    

    

Weiterführende Links:

            

 

Fazit

Die “Gletcher TT” ist eine Nachbildung der legendären Ordonnanz-Pistole “Tokarew TT-33” (Tula Tokarew Modell 1933) sowjetischer Entwicklung und Herstellung, deren Ursprung unmittelbar vor der Zeit des 2. Weltkriegs liegt. Liebhaber und Sammler legendärer Militärpistolen mit geschichtlichem Bezug können bei diesem Angebot der US-Firma “Gletcher” m. E. bedenkenlos zugreifen und erhalten für ihr Geld eine recht gelungene “Plinking”-Pistole. Sie erzeugt auf dem Schießstand viel Spaß und bereichert durchaus auch die Sammlervitrine.

Alternative: Das Modell “Crosman C-TT” stammt offensichtlich aus dem gleichen, fernöstlichen “Stall”, findet über die Firma “Crosman” aber einen anderen Vertriebsweg. Äußerlich auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist neben der natürlich abweichenden Beschriftung der Anstechmechanismus für die CO2-Kapsel. “Crosman” setzt hier auf eine am Griffboden überstehende Knebelschraube (Pfeil im Foto unten), die sich nachteilig auf die Optik auswirkt, aber den Vorteil bietet, dass man kein externes Werkzeug einsetzen muss und die Treib- gaskartusche zu fixieren (Fotos unten).

 

Bilder unten: Weitere CO2-Modelle der Firma “Gletcher” mit historischen, sowjetischen Vorbildern:

Die “APS”, ein Nachbau der Entwicklung des berühmten russischen Waffenkonstrukteurs Igor Jakowlewitsch Stetschkin. Es handelt sich um eine kompakte, automatische Waffe für Panzerbesatzungen, Offiziere im Kampf- einsatz, Spezialeinheiten, etc.

Die “PM”, ein Nachbau der russischen “Mararov PM” (1952)

 

GUNIMO

März 2013