Röhm RG96 Match

Röhm RG96 Match

Hersteller: Röhm GmbH, Sontheim/Brenz

Modell: RG96 Match

Vorbild: Heckler & Koch P8

PTB 699

Beschuss: AI (= 08 = 2008) - Beschussamt Ulm

Serien-Nummer: 0812220

    

Kaliber: 9 mm P.A.K.

Magazinkapazität: 9 Schuss

Abzug: Single Action / Double Action - Semiautomatik

Sicherung: Schwenkhebel links, unterbricht die Abzugsmechanik - in Position “gesichert” kann der Hahn nicht manuell vorgespannt werden, bzw. bereits vorgespannter Hahn wird wieder entspannt

Länge: 225 mm (187 mm ohne Kompensator)

Höhe: 140 mm

Breite: 35 mm

Gewicht: 945 g (ca. 850 g ohne Kompensator)

    

Ausführung: Kunststoffgriffstück schwarz, Schlitten Zinkdruckguss verloursvernickelt, Kompensator Zinkdruck- guss brüniert, Stoßboden und Funktionsteile aus Stahl

Lieferumfang: Waffe im Kunststoffkoffer mit Laufgewicht in “Kompensator”-Optik und Siganalbecher, Manual, zweite Druckfeder, Inbusschlüssel, Reinigungsbürste

Beurteilung: Sehr gut verarbeitete Pistole mit bekanntem Vorbild, die auch funktionell überzeugt und unter Anwendern als eine der zuverlässigsten Signalwaffen gilt.

Bemerkungen: Im Fachhandel ist ein Apportiergerät für das Hundetraining auf Basis der “RG 96” erhältlich, siehe  -> Rapid Launcher

Preise 2008 (Internetfachhandel):

RG96 Match - veloursvernickelt ca. 140,- EUR

RG 96 - veloursvernickelt ohne Komp. ca. 115,- EUR

RG96 brüniert - ohne Komp ca. 100,- EUR

Kompensator einzeln: ca. 26 ,- EUR (Nachrüstsatz für Waffe mit “M8 x 0,75” - Laufgewinde)

    

    

Die Bedienteile der “Röhm RG 96”

Bilder unten: Oben am Abzugsbügel, versenkt im Gehäuse, befindet sich der Hebel für die Schlittenentriegelung (Zerlegevorgang). Am Übergang vom Abzugsbügel zum Griffstück sitzt die Magazinentriegelung (Foto links unten). Oberhalb des Abzugszüngels, seitlich am Gehäuse ist der Schlittenfanghebel zu finden (Bild rechts unten).

    

Bilder unten: Der Sicherungshebel. - In Position “S” (Safe) gebracht, ist die Pistole gesichert. Die Sicherung übernimmt verschiedene Unterfunktionen. Zum Einen unterbricht sie die Mechanik des Spannabzuges, zum Anderen kann der Hahn auch nicht manuell gespannt werden. Ein bereits vorgespannter Hahn wird automa- tisch wieder entspannt, sobald der Hebel von “F” (Fire) in die “S”-Stellung gebracht wird.

    

Bilder unten: Blick auf den Hahn in entspannter (links) und vorgespannter Position (rechts). Vorgespannt ver- kürzt sich der Vorzugsweg erheblich und der Abzugswiderstand ist deutlich verringert. Das Spannen erfolgt entweder durch das Zurückziehen des Schlittens, oder einfach mittels Fingerkraft.

    

    

    

Bilder oben: “RG 96 Match” mit zurückgezogenem, hinten gefangenem Schlitten. Position bei leerem Magazin nach Verschießen der letzten Patrone.

 

Das Magazin

Um es zu entnehmen betätigt man den federbelasteten Entriegelungsmechanismus am Übergang vom Abzugs- bügel zum Griffstück. Ein leichter Druck mit dem Daumen genügt und das Metallmagazin wird aus dem Griffbo- den ausgeworfen. (Bilder unten)

    

    

    

Das Bestücken des Magazins mit maximal 9 Patronen im Kaliber 9 mm P.A.K geht dank des Federschiebers (Bild unten links) leicht von der Hand. Der vorstehende Zapfen wird mit dem Daumennagel gegen den Widerstand der Magazinfeder nach unten gedrückt. Die Patronen müssen dann nur noch vorsichtig unter die Lippen der Magazinaufnahme geschoben werden.

    

    

    

    

Bilder oben: Blick in das Auswurffenster im Schlitten, jeweils bei eingeschobenem Magazin. Links mit be- stücktem, rechts mit leerem Magazin.

 

Der Kompensator

Bilder unten: Die imposante “Kompensator”-Mündungsansicht der “RG 96 Match”. - Man erkennt bei näherem Hinsehen natürlich gleich, dass es sich hier nicht um eine “scharfe” Feuerwaffe handeln kann, da man in den Aufsatzbecher mit Innensechskant blickt. Zur Selbstverteidignung mit Pfeffer- oder Gasmunition eignet sich die “Match” nicht, denn der Signalbecher und seine Entlastungsbohrungen behindern die Generierung einer adäquaten Wirkstoffwolke bei Schussabgabe. Wer die Pistole zur Selbstverteidigung (mit dem “Kleinen Waf- fenschein”) führen möchte, der sollte sie auf die ohnehin handlichere “Normalausführung” ohne Kompensator zurückbauen.

    

    

Bilder unten: Die Unterseite des brünierten Druckguss-”Kompensators”. Auf dem rechten Foto erkennt man in den Aussparungen (Ventilierschlitzen) hauchdünne Grate. Hier war etwas Nachbearbeiten erforderlich, um ästhetischen Gesichtspunkten Genüge zu tun. Die hauchdünnen Materialreste ließen sich leicht entfernen, ohne Bearbeitungsspuren o. ä. zu hinterlassen.

    

    

Genial einfach, einfach Genial: Die De-/Montage des “Kompensators” (Bilder oben). Bilder unten: Die “nackte” Pistole, ohne den Kompensator, welcher übringens ausschließlich in brünierter Ausführung angeboten wird.

    

    

    

Achtung! Beim Nachrüsten einer älteren “RG96” mit Kompensator beachten: Frühe Modelle haben noch ein Laufgewindemaß “M10”. Erforderlich ist jedoch das Gewindemaß “M8 x 0,75”

Bilder unten: Weitere Auführungen und Sondermodelle. “RG 96” mit brüniertem Schlitten und schwarzem Griff- stück (links), rechts: Modell “Army” mit olivfarbenem Griff und vernickeltem Schlitten.

    

Modell “Military” komplett in oliv:    (Fotos S. Henzel, mit freundlicher Genehmigung)  http://www.stefan-henzel.privat.t-online.de/

    

 

Zerlegen der Pistole

Die “RG96” ist ohne Werkzeug sekundenschnell mit wenigen Handgriffen zerlegbar: Waffe sichern, Magazin entnehmen und ggf. Patrone aus dem Patronenlager entfernen. Schlittenverriegelung nach unten heraus- ziehen (Fotos unten). Schlitten zurückziehen, nach oben anheben und nach vorne abziehen. Fertig.

Wichtig: Bei demontierter Pistole den Hahn niemals frei abschlagen lassen. Es droht Beschädigungen.

    

Detailfotos der zerlegten Waffe:

    

    

    

Die Ähnlichkeiten bei der Aufmachung der hübschen jungen Dame in der “Röhm”-Werbebroschüre, mit einem berühmten Charakter aus Computerspielen und Actionfilmen, sind rein zufälliger Natur und natürlich nicht be- absichtigt.  ... “Röhm Raider”, äääh.... oder “Tomb Röhmer”, ....oder wie das heißt.   ;-)

 

Hinweis auf ein merkwürdiges Detail: Bei dem “Röhm”-Schriftzug auf der hier gezeigten “RG96” handelt es sich weder um die bekannte Aufschrift mit dem berühmten “ö” in stilisierter Bohrfutter-Optik, noch um das “ö” wie es nach der Röhm-Übernahme durch das UMAREX-Konsortium später Verwendung findet.

Vergleiche: Links “RÖHM”-Original, rechts UMAREX-(Röhm-Markennname)

    

 

Fazit: Fragt ein Neuling in einschlägigen I-Net-Foren nach einer haltbaren und zuverlässigen Schreckschuss- Pistole, die “Röhm RG 96” ist erfahrungsgemäß häufig unter den empfohlenen Kandidaten zu finden. Nicht ohne Grund ist die Waffe sehr beliebt, denn das seit Jahren im Handel erhältliche Modell ist nicht nur einer bekann- ten Behördenpistole nachempfunden, sondern hat sich im praktischen Gebrauch auch technisch absolut be- währt. Hinzu kommt, dass die Verarbeitungsqualität duchaus gehobenen Ansprüchen genügt.

Neu ist hingegen der mit wenigen Handgriffen montierbare und auch einzeln nachrüstbare Kompensator. Dieser ist zwar Selbstverteidigungseinsätzen - wie oben erwähnt - völlig abträglich, als “Verkleidungsbauteil” für den Signalbecheraufsatz aber ein echter Augenschmeichler und verleiht der Waffe ein wuchtig-sportliches Aussehen, dass auch in der Sammlervitrine einiges her macht.

    

GUNIMO

Mai 2008 / Dezember 2014