|
Crosman 600 (Crosman 677)
Hersteller: Crosman Arms Co. Ing., Fairport, New York, U.S.A.
Modell: 600
Serien-Nr.: 017898
System: CO2, Semiautomatik
Magazinkapazität: 10 Diabolos
Kaliber: 5,5 mm (.22)
Länge: 245 mm
Höhe: 152 mm
Breite: 43 mm
Gewicht: 1.170 g
Abzug: kurzer Vorzugsweg, kein klar definierter Druckpunkt
Lauf: gezogen
Lauflänge: 130 mm
Visierlinie: 220 mm
Visierung: Kimme höhen- und seitenverstellbar, Korn statisch (Bilder unten)
Sicherung: Hebel am Griffstück hinter dem Abzugszüngel blockiert den Abzug (Bilder oben, links entsichert)
Ausführung: Druckgussgehäuse lackiert, Kunststoffgriffschalen
Fertigungzeitraum: 1960 - 1970
Neupreis: 27,50 $
Abwandlung: “Crosman 677 PLINK-O-MATIC” (Marking siehe unten). Hier handelt es sich um eine für die Ver-
wendung von Stahl-BBs im Kaliber .177 (.175) abgewandelte “Crosman 600”. Fertigungszeitraum 1961-1964.
Bilder unten: Originalbox mit Bedienungsanleitung und Schachteln mit CO2-Kapseln
Griffschalen aus Kunststoff mit Daumenauflage (der Griff wurde auch in Linkshänderausführung gefertigt)

Die CO2-Kapsel wird mit dem Hals nach außen (in Richtung Mündung) in die Kammer unter dem Lauf eingesetzt.
Durch das Festziehen der Verschlusskappe wird die Platte auf dem Kartuschenhals von einem Dorn an der Innenseite der Kappe durchstoßen und die Kammer dadurch mit CO2-Gas geflutet. (Fotos oben) - Anschließend
dreht man die Kappe um eine 1/8-Drehung zurück. Wichtig: Bevor man die Gas-Kapsel einsetzt, muss die Waffe manuell gespannt werden und der Spannschlitten (cocking slide) wieder in die vordere Position bewegt
werden! Grundsätzlich sollte die Waffe dabei entladen und gesichert sein.
Fotos unten: Blick auf den Spannschlitten (cocking slide) direkt oberhalb der linken Griffschale. Im Foto unten
links in vorderer Postion. Das rechte Foto zeigt ihn zurückgeschoben.
Die “Crosman 600” wurde im Verlauf ihrer zehnjährigen Fertigungszeit mit drei unterschiedlichen Verschluss-
kappen ausgestattet. Die oben gezeigte Version führt das Anstechen der Kapsel durch das bloße Festziehen aus. Unten das sogenannte “piercing cap” (analog zum Modell “Crosman 160”). Hier wird die Kapsel erst ange-
stochen, wenn der Anwender den vorne überstehenden Knopf mit der Hand eindrückt.
Mit gleicher Funktionsweise arbeitet der Verschluss mit der treffenden Bezeichnung “push button piercing”.
Das Foto unten zeigt eine bauähnliche Kappe am Griff einer “Crosman Mark II”
Laden, Entladen und semiautomatisches Schießen
Das Reihenmagazin kann bis zu 10 Diabolos aufnehmen, die hintereinander mit dem Kopf in Richtung Mündung
geladen werden. Zum leichteren Hantieren kann die Feder in der hinteren Poition eingehakt und so gehalten werden (Foto unten). - Federbelastet werden die Diabolos beim Schießen in Richtung des ausschwenkenden
Zubringers geschoben. Die Waffe spannt und lädt bei Schussabgabe halbautomatisch nach, man muss also nicht vor jedem Schuss das Schlagstück manuell spannen. So können 10 Projektile in rasanter Folge abgefeuert werden.
Die Fotopaare unten zeigen den Zubringer aus verschiedenen Perspektiven jeweils einmal in ausgeschwenkter
und einmal in eingeklappter Position. Ausgeschwenkt fluchtet dessen Kammer mit dem Magazin und ein Diabolo kann hineingeschoben werden. Eingeklappt ins System fluchtet die Bohrung samt dem darin steckenden Diabolo mit dem Lauf.
Visierung (höhen- und seitenverstellbare Kimme)
Die “Crosman 600” gehört qualitativ ganz sicher zu den besten CO2-Kurzwaffen-Modellen die jemals gefertigt
wurden. Sie ist eine der wenigen echten Halbautomaten und generiert im Schießbetrieb einen sehr hohen Spaßfaktor. Ausgestattet mit verhältnismäßig hoher Mündungsenergie und ansprechender Präzision bleiben
praktisch keine Wünsche offen. Das erklärt ihre große Beliebtheit, die sich heute, rund 40 Jahre nach ihrer Produktionseinstellung in recht hohen Kaufpreisen gut erhaltener Stücke manifestiert. Wer ein solches
Exemplar ergattern kann, sollte unbedingt die Gunst der Stunde nutzen und sofort zuschlagen. Für Sammler ist dieser Klassiker sowieso ein absolutes Muss, an dem kein Weg vorbeiführt.
In Deutschland und Europa leider relativ wenig verbreitet, könnte der geneigte Interessent versuchen, eine
600er in den USA zu erwerben und ggf. nach Deutschland zu importieren. Aber Vorsicht, derartige Aktivitäten wollen gut vorbereitet sein und sind weder logistisch unkompliziert noch finanziell lukrativ.
GUNIMO
Januar 2009 / Januar 2010
|