Walther G22

Walther G22  - Dual Power (UMAREX)

Importeur / Anbieter: “UMAREX” (Deutschland)

Modell: “Walther G22 Dual Power Special Operations”

Vorbild: “Walther G22” -  (Originalmarkings vorhanden)

Serien-Nr.: 06L00596

Kaliber: 6 mm BB

Energie: max. 0,5 Joule (laut EU-Recht und BKA-Feststellungsbescheid nicht als Waffe eingestuft, sondern als Spielzeug frei ab 3 Jahren)

Mündungsgeschwindigkeit: ca. 80 m/s mit 0,12-g-BBs (Herstellerangabe)

  

System: Softair, Federdruck, optional mechanischer oder elektrischer Modus, HopUp (ShootUp) justierbar   )*1

)*1 HopUp = Vorrichtung (Walzen am Laufansatz) in Softairwaffen, die abgefeuerte BBs in eine Rotations- bewegung versetzt. Das dadurch herbeigeführte strömungsgünstigere Verhalten der Geschosse hat eine stabilere Flugbahn, bessere Präzision und eine größere Reichweite zur Folge.

Stromversorgung: Batterien 6 x Typ “AA”

Magazinkapazität: 28 Kugeln (plus 1 x Zusatzmagazin im Schaft)

Lauf: innen glatt (ohne Züge)

  

Länge: 890 mm (incl. Kompensator-Dummy), 740 mm (ohne Mündungsaufsatz)

Breite: 58 mm

Gewicht: 1.500 g

Abzug: Optional Semi- / Vollautomatic (220 Schuss/min.)

Visierung: Kimme höhenverstelbar, verschiedene Kimmenblätter integriert (Bilder unten)

              

Sicherung: Schieber beidseitig über dem Abzugszüngel, blockiert die Abzugsmechanik (Bild oben)

Funktionalität: authentisches Replika-Modell nahe am Vorbild

Ausführung: Gehäuse Kunststoff (Bullpup-Design)*², Lauf und Abzugsmechanik Metall

*² Definition (Quelle: “Wikipedia”): Unter Bullpup (engl. Bullenkalb - aufgrund Formgebung) versteht man ein Waffendesign, bei dem sich das Patronenlager und folglich Verschluss und Abzugsmechanik hinter dem Griffstück, also in der Schulterstütze befinden. Der Vorteil dieses Systems ist, dass man die Waffe kürzer bauen kann, ohne an Lauflänge und damit an Effektivität einzubüßen. Eine kürzere Waffe ist vorteilhaft, wenn sich der Schütze auf engem Raum bewegen muss. Auf der anderen Seite lässt sich eine Waffe üblicher Länge verwirklichen, die über einen deutlich längeren Lauf verfügt.

Lieferumfang: Waffe in Blisterverpackung mit Kompensator-/Schalldämpferattrappe und Speedloader

Preis: ca. 90,- EUR

Bei dieser Softair-Replika des “Walther G22” handelt sich rechtlich nicht um eine Waffe, sondern um ein Spielzeug in Form einer solchen. Grund für diese Einstufung ist die geringe Mündungsenergie von max. 0,5 Joule, was auch die vorhandene Full-Auto-Funktion in Deutschland legal macht. Das “G22 Dual Power” kommt in einer Blisterverpackung zum Kunden, die den Spielzeugcharakter dieser Replik zunächst unterstreicht. Einmal ausgepackt jedoch war ich positiv überrascht, denn das Gewehr macht einen absolut soliden Eindruck und der Kunststoff wirkt alles andere als billig und “knarzig”.  Die genoppten Griffintarsien am Vorderschaft bestehen aus Gummi und sind sehr griffig.

  

  

  

Visierung:

Das Korn sitzt auf einem hohen Träger, die höhenverstellbare Kimme ist am Tragegriff befestigt. Sie besitzt einen Drehkranz mit unterschiedlichen Kimmenblättern, die je nach Schussdistanz in die Gebrauchposition rotiert werden können. (Abb. oben und Bilder unten)

  

  

                

HopUp-Justierung:

Rechtsseitig am Anschlagschaft vor dem Spannhebel befindet sich eine Luke. Zieht man den Spannhebel (Bild unten links) nach hinten, offnet sich die Luke und im Schacht wird die HopUp-(ShootUp)-Justierung sichtbar. Es handelt sich um den geriffelten Schieber den man stufenlos zwischen Position “+” und “-” hin und her bewegen kann (Bild unten rechts).

  

Anbauteil Kompensator / Schalldämpfer:

  

Dabei handelt es sich lediglich um eine reine Attrappe (Dummy) ohne Funktion

Sicherung:

  

Der Sicherungsschieber befindet sich direkt über dem Abugszüngel und ist beidseitig angebracht. In Position “FIRE” zeigen der rote Punkt und die rote überstehende Zunge den entsicherten Zustand an. (Bilder oben)

Magazine und Schnelllader (Speedloader):

Im “G22”-Anschlagschaft stecken zwei Magazine mit jeweils einer Kapazität von 28 Kugeln. Das erste Magazin hinter dem Griffstück ist das produktive der beiden. Um es entnehmen zu können, muss die Entriegelungstaste im Durchgriff des Schafts gedrückt werden. Dahinter platziert ist das Reservemagazin. Dieses ist nicht ver- riegelt (Bilder unten).

  

  

Bild oben rechts: Blick auf die Kugelaustrittsöffnung mit überstehendem Schieberkopf bei leerem Magazin.

Bilder unten: Der Speedloader ist ein durchaus gutes Hilfsmittel für die Magazinbestückung, jedoch funktionell nicht gänzlich ausgereift. Immer wieder kommt es zu Zuführungstörungen im Innern. Insgesamt wirkt der Lader recht fragil und wenn es innerlich mal etwas hakt und man kräftiger zulangen muss, hat man stets Angst etwas zu zerbrechen.

  

  

 <- Ausgeschwenkte Füllklappe am Speedloader

Bilder unten: Schon nach wenigen Betätigungen des Laders verabschiedete sich der Gummi-o-Ring an der Austrittsöffnung. Ärgerlich, aber auch nach dessen Komplettentfernung funktionierte das Werkzeug noch brauchbar (Bilder unten).

  

Batteriefach im Vorderschaft:

Das “G22” kann zwischen mechanischer und elektrischer Verwendung umgeschaltet werden. Daher rührt der Namenszusatz “Dual Power”. Damit die elektrische Full- und Semiautomatik arbeiten kann, müssen sechs Batterien vom Typ “AA” in den Vorderschaft implementiert werden. (Bilder unten)

  

  

 <- Umschalter “Semi/Full” linksseitig am Anschlagschaft

Im mechanischen Schießmodus muss der Spannhebel (Bild unten rechts) vor jedem Schuss betätigt werden.

  

Beseitigung einer Betriebeblockade (Reset):

Auf dem Schießstand:

Zunächst führe ich nochmals vor Augen, dass es sich bei diesem “G22”-Modell um eine Spielzeugwaffennach- bildung < 0,5 Joule handelt. Dies ist sicher nicht unwichtig um die Ergebnisse auf dem Schießstand richtig ein zu schätzen und keine zu hohen Ansprüche an das Material zu stellen.

Getestet habe ich das Gewehr auf einer Schussdistanz von 5 m, “HopUp” auf max. , mechanischer Modus und damit dann auch automatisch mit Einzelschussmodus. BBs: “Tokyo Soldier Bio White” 0,2 g. Das Ergebnis auf der 10-m-LP-Scheibe (17x17 cm) zeigt zwar ein durchaus gutes 10-Schuss-Trefferbild bei frei gehaltener Waffe, jedoch ist die Treffpunktlage deutlich zu tief. Visierung voll ausgefahren und “Fleck” gehalten. Da ließ sich also nichts mehr nachjustieren.

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Danach wurde das Gewehr mit 6 geeigneten Batterien bestückt und der Full-Auto-Modus getestet. Und das ist ja das Feature, welches bei den “AEG”-Spielzeugwaffen den eigentlichen Fun-Faktor ausmacht. Da ich nach den ersten Testdurchgängen um die zu niedrig ausgerichtete Visierung wusste, habe ich natürlich in der Folge entsprechend höher ins Ziel gehalten. Die Scheibe unten links zeigt das Trefferbild eines Feuerstoß von ca. 15 Schuss bei freiem Anschlag auf Distanz 5 m. Mit einem Wort: Erstaunlich! :-)

(“AEG” = auto electric gun)

  

Scheibe oben rechts: Trefferbild eines kompletten Magazins in Dauerfeuer aus der Hüfte abgegeben. (5 m Distanz zur Scheibe). Spaß pur, auch wenn die Energie natürlich... ja ...eben Spielzeugcharakter hat. Aber leichtere Gegenstände vor dem Kugelfang platziert lassen sich Reihenweise rasant abräumen und das rattert ganz schön. ;-)

So weit, so gut! - Wo Licht ist, ist aber manchmal auch Schatten. Und der kam dann leider in nicht unerheblichem Maße vor. Grund der Betrübnis waren nach anfangs einwandfreier Schussfunktion mehr und mehr auftretende Zuführungsstörungen im “Full-Auto-Modus”. Das Gewehr selber funktionierte dabei einwandfrei, nicht so die Magazinfeder. Offenbar erlahmte diese nach einigen Durchgängen bei beiden Magazinen etwas, so dass sie die spiralförmig im Magazin angeordneten Kugeln nicht mehr durchgängig aus dem Lager befödern konnte. Ein Ablauf, der Anfangs bei immer gleicher Munitionssorte noch einwandfrei funktionierte.

Aufgefallen ist mir das nach den ersten Versagern dadurch, dass ich die Waffe testweise verkehrt herum hielt, also mit dem Tragegriff nach unten. Und siehe da, es kamen wieder einige Kugeln aus der Mündung, die der Schwerkraft folgend durch ihr Eigengewicht den Weg zum Magazinausgang fanden. Aber das ist ja nun definitiv nicht im Sinne des Erfinders. Nähere Untersuchung der Magazine zeigten dann, dass die Spiralfeder, mutmaßlich verstärkt durch ihre schneckenhausförmige Wegführung in der Magazinröhre, überfordert war und mangels ausreichender Spannkraft einfach irgendwo hängen blieb. Eine leider recht fundamentale Funktionsstörung einer ansonsten sehr viel Spaß generierenden “Erbsenschleuder”. Zu verifizieren bliebe noch, ob evtl. die verwendete Kugelsorte (“Tokyo Soldier Bio White” 0,2 g) gewissen Einfluss auf die sich einschlei- chenden Transportschwierigkeiten im Magazininnern hat, sozusagen eine Art “Munitionsfühligkeit” vorliegt.

Fazit: Das “Walther G22 Dual Power” besticht durch seine qualitativ hochwertige Erscheinung und interessante Technik. Die Spielzeugreplika des bekannten “Walther”-BullPup-Gewehrs überrascht mit seiner recht an- sprechenden Präzision und generiert einen hohen Spaßfaktor auf dem Schießstand. Wären bei den Testläufen nicht die beschriebenen funktionalen Störungen im Bereich des magazininternen Kugeltransports aufgetreten, wäre ich geneigt eine durchwegs gute Benotung zu vergeben. So jedoch bleibt ein etwas getrübter Gesamt- eindruck zurück. Dennoch ein interessantes Stück, besonders für die Fans des Originals

GUNIMO

April 2007