Hämmerli Historie

UMAREX / WALTHER Gruppe übernimmt Schweizer Sportwaffenhersteller HÄMMERLI

Die Lüke & Ortmeier Gruppe hat zum 03.02.2006 ihre Marken- und Nutzungsrechte an der Sportwaffenmarke Hämmerli an die UMAREX Gruppe in Deutschland veräußert.

Produktion, Vertrieb sowie Service werden von der Carl Walther GmbH in Ulm wahrgenommen.

Dazu Wulf Heinz Pflaumer, Geschäftführender Gesellschafter der UMAREX Gruppe:

„Mit dieser Transaktion werden wir unsere führende Marktposition im europäischen Sportwaffengeschäft weiter ausbauen. Mit dem Know-how unserer Unternehmensgruppe sichern wir zudem langfristig das Überleben der Traditionsmarke Hämmerli.

Auch für die Unternehmensbereiche UMAREX-Sportwaffen und die CARL WALTHER GMBH ergeben sich dadurch zusätzliche Synergieeffekte im Bereich Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Die Hämmerli Sportschützen in aller Welt profitieren durch den gemeinsamen Schützen- und Reparaturservice sogar in erhöhtem Maße von der neuen Partnerschaft. Wie das Beispiel der CARL WALTHER GMBH zeigt, sind wir  durch unser langfristiges Engagement und ein hohes Maß an Investitionen in der Lage, solche Firmen erfolgreich am Markt zu platzieren“.

Dem Fachhandel werden die Hämmerli Produkte erstmals auf der IWA in Nürnberg am Walther Messestand präsentiert.

Der Vertrieb der Hämmerli Produkte in Deutschland erfolgt über den Waffenfachhandel.

Im Ausland werden die bisherigen Importeure auch weiterhin den Verkauf und Service betreiben.

Selbstverständlich ist auch der Ersatzteil- und Reparaturservice für die bisher in der Schweiz produzierten Modelle weiterhin gesichert.

Hintergrundinformationen zur HÄMMERLI AG

1863 Gründung Johann Ulrich Hämmerli, Schlossermeister und Stadtamtmann, gründet die Firma als Familienunternehmen in Lenzburg und beginnt mit der Herstellung von Gewehrläufen für die Schweizer Armee.

1883 Gewehrfabrik Hämmerli & Hausch
 Außerhalb von Lenzburg Beginn der Herstellung von Scheibenstutzern mit Martini-System. In den nachfolgenden Jahren wird ein beachtlicher Teil der Läufe für das Infanterie-Gewehr 89 produziert.

1921 Rudolf Hämmerli & Co.
 Das Unternehmen wird in Rudolf Hämmerli & Co. umbenannt. Als Sohn von Ulrich
Hämmerli hat dieser vor einigen Jahren die technische Leitung des Unternehmens übernommen. Die Geschäfte werden mit 50m und 300m Stutzern ausgeweitet. Der Export dieser Waffen erfolgt in diverse Länder

1947 Umwandlung in AG
 Als Rudolf Hämmerli im Jahre 1947 verstirbt, wird das Unternehmen veräußert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

1950 Walther Olympia Pistole - Einen großen Schritt nach vorne bedeutet das Abkommen mit Fritz Walther, als 1950 ein Lizenzvertrag zur Herstellung der Walther Olympia Pistole abgeschlossen wird. Die ersten Olympia Pistolen werden im Jahre 1952 ausgeliefert. Die Freie Pistole wird verbessert. In den nächsten vier Olympiaden werden mit Hämmerli Freipistolen Goldmedaillen erzielt.

1966 Standardpistole 208 - Die Produktion der bekannten Standardpistole 208 wird 1966 eingeleitet. In den folgenden Jahren wird die Produkt-Palette laufend erneuert und ergänzt.

1973 SIG übernimmt Hämmerli
1973 wird die Firma Hämmerli durch die SIG Schweizerische Industrie-Gesellschaft Neuhausen übernommen. Damit können das Verkaufssortiment und die Entwicklungs-möglichkeiten verbessert werden. Außerdem können Lohnaufträge für Ersatzteile der SIG Sturmgewehre 57 und 90 ausgeführt werden.

1997 SIG Arms Hämmerli AG - Auf Grund einer neu gegliederten Organisation wird die Firma Anfang 1997 in SIG Arms Hämmerli AG umbenannt.

2000 Verkauf an die Lüke & Ortmeier Gruppe - Ende 2000 wird der gesamte Waffenbereich der SIG Neuhausen an die beiden deutschen Investoren Michael Lüke und Thomas Ortmeier verkauft. Hämmerli gewinnt wieder an Eigenständigkeit und kehrt zum ursprünglichen Firmennamen Hämmerli AG zurück.

2003 Neuer Standort Neuhausen/Rheinfall
Standortverlagerung des Unternehmens nach Neuhausen / Rheinfall. Aus der Standort-Zusammenlegung mit der Schwesterfirma SAN Swiss Arms AG ergeben sich Synergie-Effekte, wie z. B. eine Optimierung des Work-flows und Know-how Transfers bei der Produktentwicklung. Beide Firmen haben gleiche Inhaber und den gleichen Geschäftsführer, agieren jedoch autonom.

2006 Übernahme durch die UMAREX Gruppe
Im Februar 2006 werden drei starke Namen unter einem Dach vereint.

--- Ende der Pressemitteilung

 

Die Hämmerli CO2-Pistolen der alten Generation:

Master 1964 – 1977 (andere Quellen nennen 1979 als letztes Baujahr)

Prinz  1967  (5 shot, manual repeater)

Rapid  1966 – 1969 (5 shot, semi automatic)

Single 1961 – 1970 (andere Quellen benennen 1960 als Erscheinungsjahr)

Sparkler 1958 – 1961 (5 shot, manual repeater)

Zunächst kamen 8g-CO2-Kartuschen zum Einsatz, später waren die Waffen für 12-g-Gebinde ausgelegt.

 

Hämmerli Historie:

Hämmerli-Firmengründer war der Schlossermeister Johann Ulrich Hämmerli (1824 – 1891). Ab 1863 erteilte die eidgenössische Militärverwaltung dem Unternehmen Aufträge für die Herstellung von Gewehrläufen für die schweizerischen Ordonnanzwaffen. Hämmerli erwies sich in der Folge als zuverlässiger Lieferant und bis Anfang der 1930er Jahre umfasste das Fabrikationsportfolio stets mehrere Ausführungen von 300m- und Kleinkaliber- sowie Jagdstutzen. Außerdem kam ein umfangreiches Angebot an Visiereinrichtungen hinzu. Auch Kolbenkappen wurden gefertigt. Für die eidgenössische Militärverwaltung wurden auch bis dato Läufe für die verschiedenen Armeegewehre produziert.

1933 wurde die erste eigene Pistole herausgebracht: Die Matchpistole „MP33“. Diese war für die schweizerische Matchpatrone Kal. .22 extra long No. 7 ausgelegt. Bis zum Jahre 1939 gewannen mit dieser Waffe ausgestattete Teams die Mannschaftsgoldmedaillen bei sämtlichen Weltmeisterschaften.

Johann Ulrich Hämmerli‘ s Sohn Jeannot (geb. 1851), ausgebildeter Büchsenmacher, übernahm 1876 zusammen mit dem ehemaligen „Richner“-Werksmeister Johann Heusch, ein gebürtiger Preusse, den väterlichen Betrieb, der fortan den Namen „Hämmerli und Hausch“ trug.

1912, Rudolf Hämmerli (geb. 1886), einer der sechs Söhne der Familie von Jeannot Hämmerli, übernahm die technische Leitung des Unternehmens. Acht Jahre zuvor war bereits Fritz Hausch an die Stelle seines Vaters als Mitinhaber des Unternehmens gerückt.

Bereits Ende des 2. Weltkrieges bemühte sich Rudolf Hämmerli das Sportwaffen-Herstellungsprogramm auszuweiten. Im Alter von 60 Jahren verstarb Rudolf Hämmerli und die Firma befand sich anschließend nicht mehr im Familienbesitz. Neue Gesellschafter übernahmen nun deren Geschicke: Jacques Bertschinger, E. Thommen und Dr. Wackernagel. Von ihnen wurde der Export von Hämmerli-Waffen angekurbelt, mit denen Sportschützen Triumphe bei der WM 1947 und den Olympischen Spielen 1948 in London feiern konnten. 

1951 übernahm Hämmerli die schweizerische Generalvertretung des deutschen Nutzfahrzeugeherstellers „Magirus-Deutz“. Mitte der 1950er Jahre waren die Versuchsreihen mit Kohlensäuregas als Treibmittel für Luftpistolen und –gewehre weitestgehend abgeschlossen.

1956 wurde die „Hämmerli GmbH Tiengen“ (Deutschland) als Zweigniederlassung gegründet. Deren Zweck war es, sowohl in der damaligen EWG als auch im EFTA-Raum produzieren zu können. „Hämmerli Tiengen“ wurde mit der Herstellung der damals neuartigen CO2-Sportwaffen betraut und übernahm gleichzeitig den Vertrieb der in der Schweiz gebauten Matchwaffen in Deutschland.

1963 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen.

In der 1960er Jahren erschien eine Vielzahl an neue Modellen:

Ab 1958 wird die „Sparkler“ in zwei Ausführungen produziert und 1960 durch das weiterentwickelte Modell „Single“ abgelöst. Die CO2-Gewehre „Junior“ und „Match“ folgen. 1966 wird die Schnellfeuerpistole „Rapid“ in das Programm aufgenommen. Für die gesteigerten Anforderungen beim 10m-LP-Schießen, das an Popularität gewann, gab es dann die CO2-Pistole „Master“. Diese wurde mit laufend etablierten Verbesserungen bis 1979 weitergebaut. Das Modell „Duell“ mit Magazin erschien dann, gefolgt von der leichten und preiswerten Pistole mit der Modellbezeichnung „Prinz“.

Weitere Modelle und Erfolge (ohne jeden Anspruch auf Vollzähligkeit):

1969 Hämmerli SA Revolver „Dakota“ in den Kalibern .357 Mag. und .45 Colt

1970 Hämmerli 120

1972 zu den Olympischen Spielen: Hämmerli 150

1974 WM in Thunstadt: Hämmerli 208

Ab 1975 Vertrieb der SIG P210, 9 mm Parabellum, Ordonnanzpistole

1978 Erfolge mit Hämmerli-Waffen bei der WM in Seoul

1979: In Tiengen wurde die Produktion von Verschlüssen und Ersatzteilen zu den SIG-Sauer-Pistolen P220 und P225 aufgenommen. Diese von SIG-Neuhausen entwickelten Waffen im Kaliber 9 mm Para, wurden in deren Tochtergesellschaft Sauer und Sohn GmbH (Eckernförde) unter der Mitwirkung der Hämmerli GmbH Tiengen hergestellt. Die P225 wurde als Dienstwaffe (P6) bei der Polizei eingeführt.

Neue Hämmerli CO2-Pistolen erscheinen erst wieder ab den 1990er Jahren. Es sind die Modelle: 480, 480K, 480K2 und AP40Match.

GUNIMO

März 2004 / Februar 2006