Crosman M4-177

Crosman M4-177

Hersteller: - nicht bekannt -

Anbieter: Crosman Corp., Bloomfield, NY, USA   (www.crosman.com)

Importeur für Deutschland: ESC GmbH

Modell: “Crosman M4-177”

Basis: Technisch basiert die Waffe auf dem Modell “Crosman 781”

Serien-Nr.: 412H02060

Kaliber: 4,5 mm (.177), Diabolos und BBs wahlweise

Magazinkapazität (BBs): 18 Kugeln plus Magazintank mit bis zu 350 Kugeln

Magazinkapazität (Diabolos): 5 Diabolos im Streifenmagazin

System: Komprimierer mit Multipumpsystem, Mehrlader, Starrlauf

Energie max.: 7,5 Joule - (Herstellerangabe)

    

Länge ohne Anschlagschaft: 653 mm

Länge mit kurzem Anschlagschaft: 778 mm

Länge mit ausgezogenem Anschlagschaft: 863 mm

Höhe: 230 mm

Breite: 58 mm

Gewicht: ca. 1.600 g (leer)

    

Visierung: Offene Visierung mit variabler Visierlänge (Kimme und Korn abnehmbar auf Schienen), Korn höhen- verstellbar, Kimme seitenjustierbar

Lauf: gezogener Lauf

Abzug: Single Action Only (SAO)

Abzugsverhalten: Leicht schabender, kriechender Vorzugsweg - kein Druckpunkt vor Schussauslösung

Sicherung: manuell, Druckschieber vor dem Abzugszüngel blockiert die Abzugsmechanik

 

Lieferumfang: Waffe mit Manual (deutsch, englisch, spanisch) im Pappkarton, kein Tragegriff vorhanden

Ausführung: Vollkunststoffschaft (schwarz) - abnehmbare, ausziehbare und stufenweise (5 Positionen) arrettierbare Schulterstütze ohne Gummi-Schaftkappe - mehrere Montageschienen vorhanden

Bewertung: Saubere Verarbeitungsqualität, ansprechendes Design, Spielzeuganmutung durch Vollkunststoff- gehäuse

Preis 2012: ca.  125 - 140,- EUR (Internet-Versandhandel)  /  Preis in USA ca. 80 - 85,- US$

Das “Crosman M4-177” ist ein optisch recht gut gelungener Nachbau des amerikanischen Sturmgewehrs “Colt M4-A1”. Nimmt man die Waffe auf, dann lässt sich eine gewisse Spielzeuganmutung leider nicht verhehlen, was vor allem dem Vollkunststoffgehäuse geschuldet ist, sowie dem damit verbundenen geringen Gewicht von ca. 1.600 g. Allerdings ist die Haptik des Kunststoffs keinesfalls “billig” oder “knarzig”. So kann man dem Gewehr mit der despektierlichen Bezeichnung “Plastikbomber” wiederum nur Unrecht tun.

 

Basis: “Crosman Model 781”, technisch also “alter Wein in neuen Schläuchen” ;-)

         

 

Schulterstütze / Anschlagschaft

Die bei Bedarf mit zwei Handgriffen auch komplett abnehmbare Schulterstütze lässt sich ausziehen und in 5 Stufen arrettieren.

    

Fotos unten: Durch das Betätigen des Kipphebels setzt man die Sperre außer kraft und kann den Schaft indi- viduell kürzen oder verlängern.

    

Fotos unten: Das Bild oben zeigt die geriffelte Schaftkappe bei komplett zusammengeschobenem Schaft. Gänz- lich herausgezogen zeigt sie sich im Bild darunter.

Fotos unten: Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Anschlagschaft komplett demontieren. Einfach den kleinen Hebel (1) nach hinten ziehen und festhalten, dann kann man die Stütze einfach noch oben abziehen (2).

    

    

    

 

Handgriff / Pistolengriff

Der Handgriff hat beidseitig gecheckerte Flächen und besitzt eine Auflage für den Mittelfinger.

    

 

Profilschienen

Das “Crosman M4-177” ist mit allerlei “Weaver”-Rails bestückt (Vorderschaft und Laufmantel). Unter anderem werden darauf die Komponenten der offenen Visierung fixiert oder ein passender Handgriff, bzw. andere nützliche Anbauteile wie “Red-Dot-Sight”.

 

Mündungsansicht

Fotos unten: Die Mündungsansicht mit dem nicht abnehmbaren Mündungsfeuerdämpfer.

    

 

Magazinattrappe / Zubehör

Fotos unten: Die Magazinattrappe lässt sich durch Einpressen der Steckhalterung aus ihrem kurzen, ge- schlossenen Schacht befreien. Funktional ist das Bauteil bei dieser Druckluftwaffe zwar ein Fake, bietet aber praktischen Stauraum für Kleinteile wie den Stellschlüssel für die Kornjustierung oder das Pellet-Magazin (z. B. Reservemagazine).

    

    

Foto oben rechts: Die Magazinattrappe lässt sich auch um 180° gedreht - und somit falsch herum - in den Schacht einstecken. Dann verläuft die Magazinbodenschrägung gegenläufig zur Schräge der Schachtkante.

Fotos unten: Die Kleinteile im Magazinstauraum werden durch Schaumgummieinsätze fixiert. So klappert nichts umher.

    

    

 

Vorderschaft / Pumphebel

Das “Crosman M4-177” ist ein sogenannter Vorkomprimierer. Das heißt, der zur Schussabgabe notwendige Druck im Kompressionsraum wird vor jedem Schießvorgang durch Aufpumpen generiert. Je nach benötigtem Druck kann man 3 - 10 Pumphübe durch Abklappen und Zurückführen des Vorderschafts durchführen.

Fotos unten: Beim Pumpen muss man umsichtig agieren, damit man sich nicht die Finger einklemmt. Die richtige Handhalteposition zeigt die Bedienungsanleitung. Keinesfalls sollte man den Kunststoff-Pumphebelgriff bei den Hubbewegungen seitlich verkanten, da sonst ein Defekt droht. Immer saubere, lineare Bewegungsabläufe vollführen und den Schaft bei jedem Zurückführen komplett zuklappen, bis er einrastet.

    

Fotos unten: Die Mechanik des Pumphebels besteht aus Stahl und sollte hin und wieder z. B. mit Vaseline o. ä.  leicht gefettet werden.

 

Abzug und Sicherung

Das “M4-177” ist mit einer manuellen Abzugssicherung ausgestattet. Der Schieber sitzt oberhalb vor dem Abzug (SAO) und wird durch Eindrücken von links oder rechts aktiviert, respektive deaktiviert. Ist die rote Markierung auf der linken Waffenseite sichtbar, ist der Abzug entsichert (schussbereit).

Bilder unten: Blick auf die linke Seite.

    

    

Bilder unten: Blick auf die rechte Seite.

    

    

 

Offene Visierung

Kimme und Korn sitzen auf Alu-Trägern und sind auf den dafür vorgesehenen “Weaver”-Profilschienen mittels Klemmschrauben zu montieren. Die Länge der Visierlinie ist daher variabel.

    

Kimme:

Fotos unten: Die Lochkimme ist klappbar (2 Optionen) und mittels einer Schlitzschraube seitenverstellbar (Bild unten rechts).

    

    

    

Korn:

Das Korn ist mit Hilfe des beiliegenden Spezialschlüssels (steckt in der Magazinattrappe) höhenverstellbar

    

    

    

 

Verriegelungsbolzen (Spann-/Ladehebel), Magazinschacht (Diabolos)

Fotos unten: Der Verriegelungsbolzen (rechtsseitig an der Waffe) muss vor jedem Schuss manuell zurück- gezogen werden. Dadurch wird das Schlagstück gespannt. Dann schiebt man den Spannhebel wieder ganz nach vorne.

    

Fotos unten: Blick von rechts in den Schacht für das Diabolomagazin. Oberes Bild: Im Schacht ist der Bolzen sichtbar, der das Diabolo aus dem Magazin (hier nicht vorhanden) in den Laufansatz schiebt. Spannhebel in vorderer Position.

Bild unten: Im Schacht ist der Bolzen nicht sichtbar, der das Diabolo aus dem Magazin (hier nicht vorhanden) in den Laufansatz schiebt. Zustand bei Spannhebel in hinterer Position.

Fotos unten: Das gleiche Procedere beim Blick von links in den Magazinschacht (bei entnommenem Magazin).

    

Fotos unten: Blick von links auf den Magazinschacht bei eingesetztem Magazin.

    

 

Fotos unten: Das Diabolomagazin mit seinen 5 Kammern

Fotos unten: Blick von oben auf das eingesetzte Diabolomagazin.

    

Der komplette Spann- und Ladevorgang beim Schießen mit Diabolos läuft wie folgt ab: Waffe sichern. Es dürfen sich nun keine Stahl-BBs (Rundkugelmunition) mehr in der Waffe befinden!! Dies unbedingt prüfen! Spannhebel (Verriegelungsbolzen) nach hinten ziehen, bis er einrastet. Das mit Pellets geladene Streifenmagazin in den Schacht setzen (1. Kammer). Spannhebel nun komplett nach vorne schieben. Die Waffe ist nun geladen, es folgt der Druckaufbau durch das Pumpen mit dem Vorderschaft. Waffe entsichern und abfeuern. Für den nächsten Schuss muss das Streifenmagazin manuell eine Kammer weiter eingeschoben werden (Fotos oben) bei Wiederholung der anderen o. g. Vorgänge.

 

Schießen mit Stahl-BBs

Zunächst erlaube ich mir den Hinweis darauf, dass das “Crosman M4-177” mit einem gezogenen Lauf ausge- stattet ist. Warum erinnere ich an dieser Stelle nochmals daran? Genau! Stahl-BBs zerstören auf Dauer die Züge/Felder. Die Spuren, welche sie hinterlassen, haben einen negativen Einfluss auf die Präzision. Daher würde ich persönlich niemals Stahl-BBs aus dieser Waffe verschießen. Wer es dennoch tun möchte, hier die Anleitung dazu:

Zunächst befüllt man die Waffe über die unten gezeigte Ladeöffnung mit den Kugeln. In den Tank passen bis zu 350 BBs!

    

Fotos unten: Den Hebel der Ladekammer schiebt man nun in die vordere Position (Abb. rechts unten) und hält die Waffe mit der Mündung in Richtung Boden. Durch Schüttelbewegungen erreicht man, dass maximal 18 Kugeln in die Ladekammer eindringen. Jetzt stellt man den Hebel wieder in die Ausgangsposition zurück.

    

Anschließend den Verriegelungsbolzen nach hinten ziehen und das leere(!) Diabolomagazin in den Schacht einsetzen (Beschreibung siehe oben) und den Ladebolzen wieder nach vorne führen. Nach dem Pumpvorgang ist die Waffe dann geladen und schussbereit. Der Pumpvorgang muss vor jedem Schuss wiederholt werden, ebenso das Spannen des Schlagstücks. Sind alle 18 Kugeln verschossen, müssen die nächsten aus dem Tank in die Ladekammer befördert werden.

Tragegriff mit Visierung

Fotos unten: Anstelle der mitgelieferten, offenen Visierung kann alternativ auch ein Tragegriff (mit justier- barer Visiereinrichtung) auf die Montageschiene gesetzt werden. Der hier gezeigte Griff stammt vom “Twinmaster Combat Rifle” (Bild unten).

    

    

    

 

Auf dem Schießstand

Vor jeder Schussabgabe mit dem “Crosman M4-177” warten auf den Schützen eine Vielzahl von Handlungen. Nun gut, im Wort Schießsport steckt ja nicht ohne Grund der Begriff “Sport”. Betrachtet man es allerdings nüchtern, dann ist das Handling dieses Sturmgewehrnachbaus einfach nur umständlich und zeitraubend. Von schnellen Schussfolgen kann hier keine Rede sein, Actionshooting ist also unmöglich. Aber das weiß der Käufer ja bereits vor der Anschaffung eines Multi-Pump-Vorkomprimierers, der vor jeder Schussabgabe nicht nur hochgepumpt, sondern auch noch gespannt werden muss. Und erst wenn das Diabolo von Hand in den Laufeingang platziert ist, kann man den “hart erarbeiteten” Schuss abgeben. Aus Gründen der Laufschonung rate ich zum Verzicht auf Stahl-BBs, denn der gezogene Lauf verleiht der Waffe eine recht gute Grundpräzision und ist m. E. deren bestes ”Kapital”. Um dieses ausreichend würdigen zu können, muss sich der Schütze erst einmal auf die gewöhnungsbedürftige, offene Visierung eingestellt haben. Der Einsatz z. B. eines “Red-Dot-Sights” bietet sich zur Nachrüstung an.

Laut ist das “M4-177” leider auch. Damit meine ich nicht nur das relativ hochfrequente Schussgeräusch, son- dern vor allem das bei jedem kräftigen Pumphub entstehende Anklappgeräusch des Plastikvorderschafts. Das Ganze generiert schon eine recht nervige Lärmkulisse und ist für hellhörige Mehrfamilienhäuser nicht wirklich geeignet. Ruhezeiten beachten! ;-)

Beim Schießen auf Zimmerdistanz kann man sich mit 7 Pumphüben begnügen und erhält absolut ausreichende Power für eine saubere Schussabgabe. Hat man sich im Rahmen der Grundausstattung (Lieferumfang) ersteinmal an die offene Visierung gewöhnt, dann sind mit dem “Crosman M4-177” absolut vorzeigbare Schussgruppen zu erzielen. Da kommt dann doch wieder Freude auf, auch wenn der Pumparm nach 30 Schuss und damit gut 200 Pumphüben doch schon arg lahm geworden ist. Das Wort “ausgepumpt” trifft es wohl am besten. ;-)

 

Fazit

Durch die umständliche und zeitraubende Handhabung der Waffe, ist das ganze wohl eher als schussfähiger Dekogegenstand zu sehen, mit dem man mal ein paar Diabolos verschießt und ihn dann wieder an die Wand hängt, wo er durchaus hübsch anzuschauen ist. Vor allem wegen des Vollkunststoffkorpus, der allerdings keineswegs mit billig-knarziger Haptik daherkommt, ordnet mancher das “Crosman M4-177” reflexartig in die Kategorie “Spielzeug” ein, trifft damit aber den Nagel keinesfalls auf den Kopf. Power hat das Gewehr nämlich durchaus und sollte mit absoluter Sorgfalt und unter Beachtung aller sicherheitsrelevanten Vorkehrungen in Betrieb genommen werden. Verwendung entsprechend gesetzeskonform natürlich ausschließlich durch voll- jährige Personen. Das größte Plus des Gewehrs ist m. E. seine durchaus bemerkenswerte Grundpräzision.

 

Danksagung: Vielen Dank an die “ESC GmbH” für die Bereitstellung der Testwaffe.

 

Foto unten: Das Nachfolgemodell des “M4-177”. Technisch basiert die Waffe wieder auf dem Modell “Crosman 781”, nur die Anbauteile des Korpus sind andere.

 

GUNIMO

August 2012 / Januar 2013 / Mai 2014