Hämmerli Sparkler

Hämmerli Sparkler Modell “RD”  

 

Hersteller: Hämmerli

Modell: Sparkler “RD”

Serien-Nr.: 729  und 03899

Kaliber: 4,5 mm (.177) “D” und “BB”

  

System: CO2-Mehrlader

Kapazität: 5 Schuss (Kugeln) / Diabolo-Einzellader

Antrieb: 8g-CO2-Kartuschen

Länge: 335 mm

Höhe: 145 mm

Breite: 42 mm

Gewicht: 1.075 g

Lauflänge: 130 mm (gezogen)

Abzug: Druckpunktabzug

    

Visierung: horizontal und vertikal justierbare Kimme, Korn wechselbar  (Bilder oben)

Visierlinie: 280 mm

Ausführung: System brüniert, Griffstück lackiert, Kunststoffgriffschalen und Holzgriffschalen als Zubehör

Fertigungszeitraum: 1958 - 1961

Modelle:

  • “R”  = ausschließlich für Kugeln verwendbar, 5-Schuss, manuell zu spannendes Schlagstück
  • “RD” = alternativ 5 Kugeln bzw. Einzeladevorrichtung für Diabolos, manuelles Spannschlagstück

    

    

    

Bei der vorliegenden Waffe handelt es sich um das Modell “RD”, welches man sowohl mit Rundkugeln als auch Diabolos laden kann. Auf dem System hinter dem Laufansatz sind zwei Ladeöffnungen angebracht (Bild unten). Ein Diabolo platziert man in die vordere Öffnung, bei Verwendung von Kugeln können gleich 5 Stück in die hintere Öffnung vorgeladen werden.

Das Diabolo wird über eine Ladewalze vor den Laufeingang platziert. Dazu stellt man den Ladehebel zunächst in die nach unten weisende Postion, der rote Punkt ist sichtbar (Bild unten links). Lässt man das Diabolo nun mit dessen Kopf voran in die Bohrung gleiten, fällt es in die innenliegende Ladewalze durch, deren Öffnung bündig mit dem Ladeschacht nach oben weist. Das Diabolo steckt nun mit dem Kopf nach unten in der Walze. Um es mit dem Kopf voran vor den Lauf zu platzieren bringt man den Ladehebel in die waagerechte Position. Der rote Punkt ist vom Hebel verdeckt (Bild unten rechts). Das Diabolo hat die horizontale Lage vor dem Laufeingang eingenommen und ist somit abschussbreit.

  

Bei der Sparkler kommen 8g-CO2-Kapseln zum Einsatz, die in die Kammer am hinteren Ende des Systems, mit dem Hals voran, eingesetzt werden (Bilder unten) . Mit dem Schraubverschluss wird die Kartusche fixiert und die Anstechplatte gegen den Antechdorn gedrückt. Der erfolgte Anstechvorgang wird durch ein kurzes leises Zischen angezeigt. Auf den Bildern ist eine alte wiederbefüllbare Kapsel mit Überwurfmutter zu sehen, die wohl aus der Fertigungszeit der Pistole überliefert ist und dieser beilag.

    

Bei der Sparkler muss das Schlagstück vor jedem Schuss manuell vorgespannt werden. Darin unterscheidet diese sich nicht von ihren bekannteren Schwestern “Master” und “Single”, oder auch der “Rapid” (siehe Vergleichsfoto unten). Wohl aber in der Art und Weise, wie dieses Spannen durchgeführt wird. Die Pistole besitzt nämlich keine seitlich angebrachten Spannknöpfe, sondern es wird dazu an der Systemhülse gezogen (Bilder unten). In die hintere Position eingerastet, wird ein roter Farbring sichtbar, der den Spannstatus anzeigt (Bild unten rechts):

  

Die Waffe ist nun mit Kapsel und Projektil bestückt, sowie gespannt und damit schussbereit. Die Visierung ist seiten- und höhenverstellbar und bietet ausreichenden Kontrast. Das Korn kann bei Bedarf gewechselt werden und muss dazu nach vorne in Richtung Mündung vom Kornträger gezogen werden.

    

Beim Abzug handelt es sich um einen Druckpunktabzug mit einem kurzen und leichten Vorzugsweg. Es lassen sich mit der Pistole recht gute Trefferbilder generieren (Bilder unten). Geschossen wurde stehend freihändig im beidhändigen Anschlag auf eine Distanz von 6 m. Bei den Scheiben handelt es sich um “10-m-LG-Scheiben” (14x14cm). Größere Distanzen habe ich nicht gewählt, da die Waffe eine relativ geringe Mündungsgeschwindigkeit aufweist. Erkennbar ist dies u. a. auch den unsauber gestanzten Löchern in den Pappscheiben. Offenbar schlagen die Diabolos nicht sauber auf, sondern trudeln etwas ins Ziel. Ein weiteres Indiz für die schwache Leistung ist die Tatsache, dass sich die Pendelziele in einem handelüblichen Kasten nicht auf die Magnete werfen lassen, sondern einen Treffer lediglich mit einem kurzen Nicken quittieren.

  

 

Die Fotos unten zeigen die “Hämmerli Sparker” mit der Seriennummer “03899” und Polymergriffschalen. Während die Seriennummer beim Exemplar mit der Nummer “729” (Holzgriffschalen) am Griffboden eingeschlagen ist, so befindet sie sich bei der Waffe mit der höheren Seriennummer am Griffstück hinter dem Abzug.

    

    

 

Fazit und Bewertung: Bei dieser betagten Pistole, immerhin ist das Hämmerli-Modell “Sparkler” deutlich über 50 Jahre alt, handelt es sich um ein sehr gut erhaltenes, schussfähiges Exemplar in absolut sammelwürdiger Qualität. Das Modell ist in nur relativ geringer Stückzahl gebaut worden und daher sehr gesucht. Neben der leider etwas ramponierten Originalverpackung sind sowohl die Standardgriffschalen aus Kunststoff, als auch sehr gute Holzgriffschalen überliefert. Die geringe Schussleistung der Pistolen stellen kein Manko dar, da sie nicht als Gebrauchswaffen angeschafft wurden, sondern als reine Sammlerstücke für die Vitrine.

Gesucht wird von mir eine Bedienungsanleitung! Falls jemand eine solche besitzt und bereit wäre mir einen Scan davon anzufertigen, so bitte ich um Mail an: gunimo@muzzle.de   --- Vielen Dank.

 

GUNIMO

Dezember 2005 / Juni/Juli 2017