Crosman C41

Crosman C41

Anbieter: Crosman Corp., E. Bloomfield, New York, U.S.A.   -   www.crosman.com

Herstellung: Made in Taiwan (“Wingun”)

Modell: C41

Serien-Nr.: 09G01799

Vorbild: “Walther P38” (P1)

System: CO2 Semiautomatik, Mehrlader

Antrieb: 12g-CO2-Kapsel

Kaliber: 4,5 mm (.177) BB

Magazin: 18 Schuss, Stangenmagazin im Griffstück

Länge: 215 mm

Höhe: 138 mm

Breite: 36 mm

Gewicht: 900 g (leer)

    

Sicherung: manueller Druckschieber rechtsseitig über dem Abzug - in die vordere Position “S” gebracht, unter- bricht dies die Abzugsmechanik

Lauf: Stahl glatt (ohne Züge)

Visierlinie: 185 mm

Visierung: starr, nicht justierbar

Abzug: Double Action Only

Abzugscharakteristik: langer Vorzugsweg, kein Druckpunkt

Ausführung: Vollmetallgehäuse (Druckguss), beweglicher Schlitten (kein BlowBack), alle Originalbedienteile sind Fakes, Magazinbauteil Metall,

Bewertung: Einfache, gut verarbeitete, aber spärlich ausgestattete Pistole

Lieferumfang: Waffe in Pappschachtel, Manual (Bilder unten)

Preis 2010: ca. 100,- EUR

    

 

Griffschalen

Die Griffschalen sind aus Kunsttoff gefertigt, gerillt und in einer auffälligen Holzmaserung gehalten. Sie beste- hen aus einem Teil und sind am Griffrücken umlaufend. Für das Einsetzen der CO2-Kapsel wird der Griff zurück- geschoben (Fotos unten). - Mehr dazu im Kapitel über das Einsetzten der Treibgaskartusche.

    

 

Bedienteile

Die dem scharfen Vorbild entsprechenden Bedienteile wie Sicherungsflügel oder Hahn sind unbewegliche Fakes (Foto rechts unten). Die tatsächliche Abzugssicherung befindet sich rechtsseitig über dem Abzugszüngel und unterbricht in die Position “S” (“safe”, weiße Markierung) gebracht die Abzugsmechanik. Das Züngel lässt sich dann zwar gegen einen nur noch geringen Widerstand bewegen, kann aber keinen Schuss auslösen. Im Bild unten links befindet sich der Sicherungsschieber in Position “F” (“fire”, rote Markierung). Um den Schieber in die jeweils andere Position zu bewegen, muss dieserleicht eingedrückt werden. Dies verhindert zuverlässig das versehentliche Entsichern der Waffe beim Hantieren oder z. B. durch das Holstern.

    

    

 

Schlitten

Die “Crosman C41” verfügt zwar über einen beweglichen Metallschlitten, dieser ist aber ohne weitere Funktion. Es gibt weder BlowBack noch kann man manuell durch das Zurückziehen den Hahn oder ein Schlagstück span- nen. Leider sitzt der Schlitten so locker, dass er bei ruckartigen Bewegungen der Waffe ins Gleiten kommt, was einen recht klapprigen Eindruck hinterlässt (Fotos unten).

    

 

Visierung

Bilder unten: Die offene Visierung ist leider nicht justierbar, der Kontrast zwischen der Kimme und Korn ist aber ordentlich.

    

 

Implementierung der Treibgaskartusche

Um die CO2-Kartusche ins Griffstück einsetzen zu können, müssen die am Griffrücken umlaufenden Griffschalen nach hinten geschoben werden. Für das Fixieren und Anstechen der CO2-Kapsel findet man den altbewährten, einfachen Knebelverschluss vor. Optisch gut gelöst: Die Knebelschraube am Griffboden verschwindet unter den unten zusammen gefassten Griffschalen.

    

    

 

Kugelmagazin

Das Stab- oder Reihenmagazin für die BBs ist ein stabiles, massives Metallmodul. Beim Betätigen des Magazin- entrieglungshebel am Griffboden (Bilder unten) wird es von einer kleinen Feder aus dem Griffstück herausge- stoßen und gleitet dann, der Schwerkraft folgend, leichtgängig aus seinem Schacht. Es lässt sich schnell und einfach beladen und der federbelastete Kugelschieber lässt sich in der unteren Position in einer Rastkerbe fixieren (Fotos unten).

    

    

 

Auf dem Schießstand

Die von “WINGUN” (Taiwan) gefertigte “Crosman C41” liegt mit ihren 900 g Leergewicht plus Beladung angenehm und ruhig im Anschlag. Das Zusammenspiel des sehr langen Vorzugswegs mit dem nicht gerade geringen Abzugswiderstand, sowie der fehlende Druckpunkt sind keine idealen Voraussetzungen für eine erfreuliche Präzision. Das Visierbild ist zwar durchaus gut, jedoch lassen sich Kimme und Korn leider nicht justieren. Abträglich im Hinblick auf die Treffsicherheit ist natürlich auch der glatte Lauf, die DAO-Abzugs- funktion, sowie die Verwendung von Stahlkugeln. Die Schussenergie reicht aus, um auf Zimmerdistanz handelsübliche Getränkedosen bei einem Treffer zuverlässig mit Ein- und Austrittslöchern zu versehen. Die Streuung der Kugeln lässt aber nicht viel mehr als ganz grobes “Plinken” zu. “Gießkannenverhalten” ist da wohl die treffende Umschreibung für die Verteilung der Kugeln auf einer 10-m-LP-Scheibe, bei einer Schussdistanz von nur 6 m. Ehrlich gesagt erinnerten mich diese an den Anblick von Schrotgarben...

LP-Scheiben 17x17 cm, Schussdistanz 6 m. Waffe mit aufgelegten Unterarmen im beidhändigen Anschlag gehalten, aufsitzender Spiegel, jeweils 10 Schuss.

    

Während des Tests traten keinerlei technische Störungen an der Pistole auf, funktionell war alles einwandfrei. Was die Präzision anbelangt kann man allerdings bei der Testwaffe ein lupenreines “Ungenügend” vergeben. Sie nutzte die gesamte Fläche der Scheibe quasi vollends aus. - “Sechs, setzen.” ;-)

 

Vergleich unter “Schwestern”

Mit dem “Model 338” bot Crosman von 1986 bis 1991 schon einmal eine einfache BB CO2-Pistole im Stile der “Walther P38” (P1) an. Damals allerdings gab es ein Schüttmagazin, ein knarziges Vollplastikgehäuse mit teils unterirdisch schlechten Spaltmaßen und gruseligem “Plastikbomber”-Flair. Heute genießen diese Dinger einen gewissen Kultstatus, aber mehr auch nicht. So kommt die neue “Crosman C41” zwar nicht mehr aus den USA, sondern aus Taiwan angereist, aber Erscheinungsbild und Verarbeitungsqualität sind um Welten besser. Leider wurde die Ausstattung, abgesehen vom entnehmbaren Magazin, nicht wesentlich verbessert. Über die o. g. Ergebnisse auf dem Schießstand decken wir jetzt mal besser den Mantel des Schweigens und wenden uns dem optischen Vergleich der beiden genannten “Crosman”-Modelle zu.

    

    

 

Fazit

Mit einem Anschaffungspreis von rund 100,- EUR rangiert die “Crosman C41” preislich im erweiterten Kreis des unteren Tabellenfeldes der CO2-Freizeitpistolen. Und dies findet seinen Niederschlag, wie zu erwarten, leider in Ausstattungsumfang und vorallem in ungenügender Schusspräzision. Kann man die Anschaffung dieser Voll- metall-Pistole dem eingefleischten Liebhaber von “P38”-Nachbauten für die Vitrine noch so eben zugestehen, so würde ich sie weder einem halbwegs ambitionierten Freizeitschützen, noch einem Hobbyeinsteiger empfeh- len. Zu frustierend ist das, was die hier vorgestellte Testwaffe auf dem Schießstand ablieferte, wenngleich die Funktion ohne Fehl und Tadel gegeben war. Aber reicht das alleine aus? - Das muss letztlich jeder selbst entscheiden.

GUNIMO

Februar 2010