Wertentwicklung

Preisentwicklung gebrauchter Schreckschusswaffen.

Grundsätzlich ist es hier wie bei jedem anderen Handelsobjekt auch: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Dabei kommt es natürlich maßgeblich darauf an, in welchem Zustand sich die angebotene Ware befindet. Das gilt besonders in den Fällen, wo ein Exemplar nicht als Gebrauchgegenstand, sondern eher als Sammelobjekt und Vitrinenstück betrachtet wird.

Für gebrauchte Schreckschusswaffen existieren keine nachschlagbaren Anhaltspunkte oder Richtpreise, wie  etwa die berühmte „Schwacke“-Liste für Kraftfahrzeuge. Daher ist eine Preisfindung mittels fundierter Ver- handlungsbasis recht schwierig. Erfahrungswerte ergeben sich unter Umständen durch das anhaltende beob- achten entsprechender Online-Handelsplattformen oder virtueller Auktions“häuser“ wie z. B. „egun.de“.

Dabei kristallisiert sich heraus, dass gängige Waffenmodelle großer Auflagenstärke oft deutlich unter ihrem einstigen Neupreisen rangieren, selbst bei hervorragendem Erhaltungszustand. Je mehr man sich aber in den Bereich der Sammlerwaffen bewegt, etwa bei raren Stücken in unbeschossenem Zustand, limitierten Sondereditionen, oder qualitativ hochwertigen Produkten renommierter Hersteller, können unter Umständen schon mal regelrechte Mond- und Phantasiepreise erzielt werden, die weit über dem zeitgenössischen Händlerpreis rangieren. Besonders dann, wenn sich gleich mehrere Sammler ein Gebotsduell liefern. 

Bei gewissen Waffenmodellen kann man ihre jeweils horrenden Preissteigerungswerte unter Sammleraspekten noch an halbwegs greifbaren Eckpunkten festmachen. Zu nennen wäre da z. B. der qualitativ sehr hochwertige Edelstahl-Revolver „EGR 66 X“ aus dem Hause „ERMA“, jener leider längst erloschenen Waffenschmiede allerbester Reputation. Im Pistolensektor kommt jedem Schreckschusswaffenfan sicherlich der „Glock“- Nachbau „Geco P 217“ in den Sinn, der seinerzeit ebenfalls dem Hause „ERMA“ entsprang.

Allerdings gibt es auch Phänomene, da staunt der geneigte Laie und selbst der Fachmann wundert sich. Da klaffen dann zwischen Materialwert und Verarbeitungsqualität einerseits und Gebrauchtpreisgeboten ande- rerseits geradezu Welten. Auch hier gibt es Beispiele. Zu nennen wären da ganz sicher zwei ehemalige Italien- importe des Anbieters „Cuno Melcher“, mit absolut grenzwertigem Qualitätsstandard. Die „ME 38 P“, sowie im noch drastischerem Maße, die „ME Combat Eagle“, ein „Desert Eagle“-Klon.

Hier einige Fallbeispiele (Erma EGR 66X, Erma EGR 77, Geco P217, ME Combat Eagle), welche die konstatierten Zusammenhänge bildlich belegen: 

1 DM =

0,51129 EUR

1 EUR =

1,95583 DM

 

 

 

ERMA EGR 66X

Neupreis 1990er Jahre = 950,- DM   (entspricht 485,73 EUR)

Auktionsergebnis 2012

Auktionsergebnis 2011

Auktionsergebnis 2010

Auktionsergebnisse 2008

Die nachfolgende Auktion zu 799,- EUR Festpreis wurde erfolglos beendet und wieder neu eingestellt. Offenbar ist hier die “Schmerzgrenze” aktuell überschritten:

 

ERMA EGR 77

 

Geco P 217 (Anbieter “Dynamit Nobel”, Hersteller “ERMA”)

                  

 

Neupreis 1990er Jahre =

brüniert: 298,- DM   (entspricht 152,36 EUR)

Nickel: 338,- DM (entspricht 172,82 EUR)

 

Auktionsergebnisse 2011

Nickelversion

brünierte Version

 

Auktionsergebnisse 2008

Nickelversion

brünierte Version

Die nachfolgende Auktion zu 280 EUR Festpreis wurde erfolglos beendet und wieder neu eingestellt. Offenbar ist hier die “Schmerzgrenze” überschritten:

 

ME Combat Eagle 

Bilder unten (v.o.): Version brüniert, poliert, verchromt

(Deutschland-Anbieter war Cuno Melcher “ME”, Hersteller “Bruni” (italien), Bruni-Modell “Desert Eagle” aktuell ohne PTB-Zulassung für Deutschland)

Neupreis 1990er Jahre = brüniert 189,- DM  (entspricht 96,63 EUR)

Auktionsergebnis 2010

 

Auktionsergebnis 2008 -> Verkaufspreis 712,78 EUR  (entspricht 1.394,08 DM) verchromte Version

GUNIMO

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