GM

Brema Modell 5     (GM “Zenit”)

        

Hersteller: Brema Co. (Italien)

Vorbild: Kopie der “Em-Ge Zenit”-Pistole

Serien-Nr.: E 272

Kaliber: 4,5 mm

System: Federdruck, Einzellader, Kipplauf, Top-Lever-Spanner

Patent: Franz Möller, Zella Mehlis, für “Em-Ge” (“Moritz & Gerstenberger”, Thüringen, ca. 1922-1940, später ab ca. 1950 “Gerstenberger & Eberwein” in Gerstetten-Gussenstadt)

Länge: 284 mm

Höhe: 134 mm

Breite 31 mm

Gewicht: 686 g

Ausführung: System brüniert, Kunststoffgriffstück

Bewertung: Sehr seltenes Sammlerstück

Literaturhinweis: “The Encyclopedia of Spring Air Pistols” (J. Griffiths), Seite 30

        

Beschriftung auf dem Lauf: Cal. 4 1/2 (177) rigata   (“rigate” = ital. für “gezogen”). Die Modellbezeichnung “Modell 5” oder “Zenit” finden sich nirgends auf der Pistole. Auch der Hersteller “Brema” ist nicht erwähnt.

    

Bemerkungen: Das System hat große Ähnlichkeit mit dem der Modellen “Em-Ge Zenit” und “Diana Mark IV” sowie der “Stiga Zenit” (“Stiga” ist der Handelsname von “Stig Helmqvist AB” in Tranas (Schweden).

Rätsel gibt die Beschriftung “GM” auf. Auch Formal ist das Griffstück nicht unbedingt einem der o.g. Modelle zuzuordnen. Ebenso bemerkenswert ist die italienische Bezeichnung “rigata”.

 Hinter der Serien-Nummer befindet sich eine kleine Emblem- oder Wappenprägung.

Bild oben: Foto einer leider nur als Fragment erhaltenen Prägung auf einem anderen Exemplar (Foto: “Pellet”). Die Stempelung meiner Pistole ist so schwach geschlagen (am Lauf hinter der Seriennummer), dass man sie nur schemenhaft erkennen und praktisch nicht entziffern kann. Links und rechts des Wappens wiederholt sich wohl die Buchstabenkombination  “G” und “M” wie auf dem Griffstück. Unterhalb davon findet sich der Buchstabe “W” (oder evtl. auch “V”).

    

 

„muzzle.de“-Leser Manfred übermittelte mir im Februar 2009 folgende Informationen zur „Brema 5“, die ich hier sinngemäß wiedergebe:

In Lettland wurden einige Exemplare dieser Luftpistole von der dortigen Polizeibehörde zur kostengünstigen Schießausbildung der Polizisten verwendet. Lettland hatte als junge Freie Republik diese Waffen mit Beginn des Jahres 1990 angekauft, weil deren Handlage der damals neuen Dienstwaffe „FN-G“ ähnlich ist. Lettlands Polizeirekruten absolvierten damit bei Bedarf tatsächlich Schießtrainingseinheiten. Wenig später stieg man zu diesem Zweck dann auf die Verwendung von Kleinkaliberpistolen um, und die italienischen „Brema“-LPs wurden wieder ausgemustert. Der Anordnung der Verschrottung folgend, wurden die Luftpistolen daraufhin unbrauchbar gemacht, in dem man kurz hinter dem Korn einen Schnitt in den Lauf machte. Die so ausge- musterten Pistolen wurden in den Westen veräußert und in der Folge von einem belgischen Waffenhändler nach Instandsetzung vermarktet.

Vielen Dank an Manfred für diese interessante Schilderung.

Besonders bemerkenswert ist der Hinweis auf die Unbrauchbarmachung der Luftpistolen durch einen Ein- schnitt in den Lauf hinter dem Korn. Genau an der genannten Stelle besitzt nämlich das hier vorgestellte Exemplar der „Brema 5“ eine Ausbesserungsnarbe (Foto oben links), sodass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass es aus jenem lettischen Kontingent an Trai- ningswaffen stammt, von dem Manfred hier berichtet.


GUNIMO
Februar 2009
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falls ein Leser weitere sachdienliche Angaben zu diesen Sachverhalten machen kann, so bitte ich um Kontaktaufnahme. Vielen Dank.

Die Firma “Em-Ge” stellte mir folgende Vergleichsfotos zur Verfügung und hat sich bei der Recherche zur “GM”-Luftpistole engagiert. Vielen Dank dafür!

GUNIMO

Februar 2004 / Dezember 2008 / Februar 2009