Makarov MP654K

Baikal MP-654K (Makarov PM / PMM)

  

Hersteller: “Baikal” (Made in Russia)

Modellbezeichnung: “MP-654K“

Serien-Nr.: T9950986

Vorbild: Makarov M1951

Kaliber: 4,5 mm Stahlrundkugeln

Antrieb: 12 g CO2-Kapseln

Kapazität: 13 Schuss

Energie: Vo = max. 130 m/s (Herstellerangaben)

    

Länge: 163 mm

Höhe: 130 mm

Breite: 34 mm

Gewicht: 813 g (leer)

Abzug: SA/DA

Lauf: Gezogen

Sicherung: Schwenkhebel (nur linksseitig), blockiert Abzug und Hahn

Visierung: Kimme horizontal justierbar

Ausstattung: Ganzstahlpistole, gecheckerte Kunststoffgriffschalen (Oberfläche glatt oder angeraut)

Ausführungen der “PMM”: Brüniert, verchromt, oder in Camo-Optik

    

 

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Versionen der CO2-Baikal MP654 K Gen. 1-5

1.) Baikal MP654K, Gen. 1-4, Versionen entsprechen: Makarov PMM “Pistole Makarov modernisiert”

Die modernisierte Version der “Makarov” (PMM) hat ein breites, doppelreihiges Magazin und schwarze Griffschalen ohne Sowjet-Stern. Im Laufe der Fertigung der “Baikal MP654K Gen. 1-4” kamen sowohl originale Schlitten der scharfen Feuerwaffe (Makarov) zum Einsatz, als auch extra für die CO2-Pistole gefertigte Stahlguss-Schlitten.

    

2.) Baikal MP654K “H”, Gen. 5 (erschien im Jahr 2013), Version entspricht: Makarov PM “Pistole Makarov”

Dabei handelt es sich um die ursprüngliche, historische “Makarov”-Version mit schmalem, weil einreihigem Magazin. Die Waffe hat braune Bakelit-Griffschalen mit dem Sowjet-Stern. Das Zeichen “H” ist der 15. Buchstabe des russischen Alphabets. Dieser Buchstabe ist das russische “N”, nicht zu verwechseln mit dem deutschen ”H”. Er wird ausgesprochen wie das deutsche ”N”.

    

            

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Hinweise: Bei der Baikal MP-654K sind über den Zeitraum ihrer Fertigung verschiedene Schlittenform-Varianten zum Einsatz gekommen. Im Bild unten sieht man ein Exemplar mit weniger eingewölbtem Linienverlauf (Pfeil), als bei den darüber abgebildeten schlankeren Versionen. Offenbar verbaut der Hersteller bei der CO2-Pistole, was jeweils gerade an Material verfügbar ist. So entstehen Varianten, die speziell für die “Makarov”-Sammler interessant sein könnten.

    

Hin und wieder sind Exemplare zu sehen, bei denen sich am Magazinboden keine Kapselschraube mit abstehendem Bügel-Handgriff befindet, sondern Schlitz- oder Inbusschrauben (Innensechskant) zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um sogenannte “Custom”-Lösungen, welche das Erscheinungsbild des CO2-Nachbaus näher an die “Makarov”- Feuerwaffe angleichen sollen.

Wenn man bedenkt, dass die Waffe zum 50-jährigen Jubiläum der Makarov M1951 (Kaliber 9 mm) heraus gebracht wurde, dann überrascht einen zunächst einmal die äußerst spartanische Verpackung, in der die Waffe angeliefert wird. Am ehesten läßt sich das mit der Qualität eines Eierkartons vergleichen.

Öffnet man die Schachtel, findet man das Objekt der Begierde. Es ruht nicht etwa eingebettet in Styropor® oder ähnlichem, was zum Schutz vor Transportschäden geeignet wäre, nein, die Waffe liegt lose im Karton und das Waffenöl an der Pistole hat die beiliegende Bedienungsanleitung kontaminiert. Diese Bedienungsanleitung, in russisch mit englischen Untertiteln verfasst, ist auch eher mickrig. Aber an “Munition” hat man gedacht, denn ein kleiner Beutel mit Stahlrundkugeln liegt bei.

    

Doch nun wenden wir uns endlich der Makarov zu. Ich war beim ersten Augenschein absolut überrascht von der Qualität der Pistole (Format der Walther PPK), insbesondere nach den anfangs geschilderten Eindrücken. Es ist eine solide gefertigte Stahlpistole mit glatt poliertem Schlitten. Das Griffstück ist nur im Bereich der linksseitig aufgebrachten Registriernummer poliert, ansonsten von eher rauher Beschaffenheit. Die Griffschalen aus sehr hartem, rauhem und spröde wirkendem Kunststoff sind in einem Stück gefertigt, und mit einer Schraube hinten am Griffstück befestigt. Sie liegen zwar recht gut in der Hand, sind aber anfällig für unschöne Kratzer. Unten ist eine Öse für die Anbringung eines Fangriemens eingelassen.

    

Sehr positiv fällt ins Gewicht, dass alle Bedienungselemente wie beim „scharfen“ Vorbild funktionieren, allerdings leider nur sehr hakelig und mit großer Kraftanstrengung. Das gilt für den nur linksseitig angebrachten Sicherungs- und Entspannhebel ebenso, wie für die Magazinentriegelung unten am Griffstück, und ganz besonders für den beweglichen Schlitten, den man zum Spannen des Hahns nach hinten ziehen kann (Vorsicht Muskelkater droht). Das sieht dann zwar recht authentisch aus (wie Durchladen einer scharfen Waffe), aber leichter geht es doch mit dem Spannen per Daumenkraft direkt am Hahn.

Das Zerlegen (Demontage) der Waffe funktioniert wie bei der Walther PPK (Fotos weiter unten im Review), d. h. der Abzugsbügel wird nach unten bewegt, der Schlitten nach hinten gezogen und nach oben abgehoben. Nun sieht man, dass der Lauf und das Griffstück fest miteinander verbunden sind und man findet Hinweise auf recht grobe Verarbeitunsqualität beim Fräsen der Metallteile.

    

Das Laden der Stahlkugeln und das Bestücken der Pistole mit einer 12g CO2-Kapsel hinterläßt dann leider einen sehr negativen Eindruck, und ist das wohl schwärzeste Kapitel bei der Bedienung der Makarov. Zunächst muß man mit der schwergängigen und hakeligen Magazinentriegelung kämpfen, und büßt den ein oder anderen Fingernagel dabei ein. Ist das Magazin dann endlich aus seinem Schacht befreit, stellt der Betrachter folgendes fest: Das Bauteil enthält das Ventil mit der Vorrichtung zum Einspannen einer 12g CO2-Kapsel, die mittels einer Klemmschraube arretiert wird, bis durch ein leises Zischen der Anstechvorgang erkennbar wird. Hier wurden also keine innovativen Ideen (siehe UMAREX) verwirklicht, alles sehr rustikal.

Der absolute „Hammer“ ist aber das Befüllen des Magazins mit den Stahlkugeln. Ungeduldige Menschen legen die Waffe nun besser wieder in die Vitrine zurück. Liebhaber von Geduldsspielen kommen jedoch voll auf ihre Kosten.

    

Zunächst ziehe man die stramme Spannfeder (Magazinvorderseite) mit der linken Hand nach unten, dies geschieht mittels eines winzigen eingekerbten Hebelchens (und schon wieder: Adios Fingernagel). Mit der rechten Hand füllt man nun (oder versucht es zumindest) Stahlkugel für Stahlkugel (12-13 Stück) in die Öffnung des Röhrchens, und jedesmal gefolgt von einer ruckartigen Kippbewegung, sonst bleiben die Kügelchen in der Ladeöffnung hängen. Spätestens jetzt wünscht man sich eine dritte Hand! Und Achtung, Öffnung bloß nicht nach unten halten,sonst geht’s von vorne los!

Hinweis: Die Waffe verfügt über einen gezogenen Lauf. Die Verwendung von harten Stahl-BBs in gezogenen Läufen ist nicht ideal und sollte vermieden werden, da diese auf Dauer die Felder und Züge schädigen. Leider haben Versuche mit Blei-BBs gezeigt, dass dieses weichere Material bei der Zuführung mittels der straffen Magazinfeder der “MP-654K” zu Deformationen an den Kugeln führen kann und dadurch u. U. Zuführungstörungen / Ladehemmungen auftreten können.

Ist  dann endlich das Magazin befüllt und unfallfrei im Griffstück untergebracht, kann man sich dem vergnüglichen Teil, dem Schießen zuwenden. Weil das überlicherweise mit dem Zielen beginnt, fällt der Blick zwangsläufig auf die Visierung und die ist sehr mickrig dimensioniert. Einhergehend mit der naturgemäß kurzen Visierlinie, ist sie eigentlich unzureichend, da nützt auch die zwecks Lichtbrechung geriffelte Visierschiene, und die seitlich verstellbare Kimme nichts. Also halte man die Pistole etwa in die Richtung des anvisierten Zieles.

Vorher darf man natürlich noch das Hahnspannen nicht vergessen (aber wem sage ich das), entweder per Schlittenzug oder per Daumen am Hahn. Dazu habe ich mich ja weiter vorne schon geäussert. Den Double-Aktion-Modus sollte man bei dieser Waffe, wegen des viel zu hohen Abzugswiderstandes vergessen. Das ergibt ein Trefferbild, wie beim Schießen im Vollrausch! Angeblich soll man mit der Hahnfederschraube den Abzugswiderstand verstellen können, das ist mir aber noch nicht gelungen, zumindest nicht mit lohnender Auswirkung.

    

Im Single-Aktion-Modus kann sich das Trefferbild auf ca. 8 m Abstand zum Ziel (mehr sollte es dann doch nicht sein) noch ganz gut sehen lassen, zumindest bei einigermaßen ruhiger Hand, und entsprechender Befähigung des Schützen. (Auf 10-m-Pistolenscheibe alle Treffer ins Schwarze, naja, meistens).

Die Durchschlagskraft der Schüsse war mit frischer CO2-Kapsel recht passabel (Metallkanister, Getränkedosen etc), auch die Pendelziele in den handelsüblichen Kugelfangkästen lassen sich locker umlegen (Vo wird herstellerseitig mit 130 m/s angegeben).Allerdings sind Schwankungen bei der Mündungsenergie spürbar, insbesondere bei nachlassender CO2-Kapselfüllung. Der bei allen CO2-Waffen bekannte Effekt, bei schneller Schussfolge nachlassende Energie, hat bei der Makarov kaum Bedeutung, weil schnelle Schussfolgen durch den schwergängigen Abzug (Double-Action) ohnehin die Treffergenauigkeit negativ beeinflussen. Zum Action-Shooting nimmt man wohl lieber eine UMAREX-Waffe.

Fotos unten: Demontage der Pistole. Als Zerlegehebel fungiert der herausschwenkbare Abzugsbügel.

    

    

    

Fotos unten: Das Magazin nimmt sowohl die CO2-Kapsel, als auch die Kugeln auf.

    

    

    

    

Fotos unten: Vergleich zwischen den “Baikal”-Modellen “MP-655K” und “MP654K”.

    

“muzzle.de”-Leser Dr. Heitmann steuert einige sehr schöne Bilder seiner “MP-654K” mit verschiedenen Griffen bei: Nussbaum-Holzgriff und “Midway”-Rubber-Grip. Vielen Dank für die Freigabe der Fotos.

    

    

    

Fazit:

Für einen Preis um DM 200,- erhält man eine solide Ganzstahlwaffe mit absolut authentischer Optik. Das Schiessen mit dieser Pistole macht Spass, ist allerdings im Vergleich z. B. mit den UMAREX-Waffen nicht Topp. Trotz aller Unzulänglichkeiten darf die Makarov in der Vitrine eines Sammlers nicht fehlen, schon alleine wegen des Anlasses für ihr Erscheinen, dem 50jährigen Jubiläum der “Makarov M1951”, einem kleinen Meilenstein in der Geschichte der russischen Faustfeuerwaffen.

GUNIMO

Oktober 2000 / November 2011 / März 2012 / Oktober 2013